Schlaf

 

Mit Silke (www.silkeleopold.de), Bo & Tina (www.wildundbunt.de) hat alles angefangen. Die drei Mädels haben mein Interresse an "auf dem Boden schlafen" geweckt. Mein Lieblingsmensch hat erst gedacht, dass ich ihn auf den Arm nehme, als ich ihm mitgeteilt habe, dass ich dies auch versuchen möchte.

 

Ich schlafe schon seit Jahren nicht gut in Betten, nicht einmal im Wasserbett. An gesunden, erholsamen Schlaf mangelt es mir schon seit Ewigkeiten. Daher möchte ich jetzt einen eher unkonventionellen Weg gehen und mindestens 33 Nächte lang auf dem Boden schlafen um zu schauen, ob sich etwas ändert. Mein Lieblingsmensch muss sich immer erst mit einer neuen Idee anfreunden, doch meistens macht er dann doch mit. So wie jetzt auch!

 

Unser Schlaflager sieht nun folgendermaßen aus:

Zwei selbstaufblasbare Isomatten auf dem Holzboden, darüber je eine dünne Decke damit wir nicht direkt mit der Isomatte in Kontakt kommen und zwei nicht so hohe Kissen. Zum Zudecken benutzt mein Lieblingsmensch eine dünne Wolldecke und ich die dicke Daunendecke aus dem Bett. Doch das wichtigste sind unsere "Schlafmützen"!! Ja, Du hast richtig gelesen, wir tragen nachts jeweils eine Wollmütze zum Schlafen. Und was soll ich sagen, sie hilft uns beim schnelleren einschlafen und ich friere nicht mehr sooo sehr. Okay, meistens trage ich auch noch mindestens ein Paar Wollsocken und natürlich einen langärmeligen Schlafanzug. Ich bin einfach eine Frostbeule...

 

 

1. Nacht:

Gestern Abend war es im ersten Moment total befremdlich mich einfach auf den Boden zu legen, da ich das bis jetzt noch nie getan habe. Doch nachdem ich mich eingekuschelt hatte, war es nur noch halb so schlimm.

 

Ich habe selbstverständlich den Boden unter mir gespürt, doch es war für mich nicht wesentlich schlimmer, als wenn ich mit Schmerzen im Bett liege. Ich habe mich auf mindestens genau so oft wie im Bett gedreht, gemacht und getan, um die richtige (Schlaf-) Position zu finden.

 

Rondo war da sichtlich irritierter, dass wir nun auf dem Boden liegen. Erst ist er ein paar Mal über uns drüber geklettert und irgendwann hat er sich dann an mich gekuschelt. Er hat sogar länger als sonst geschlafen, was meinen Lieblingsmensch sehr gefreut hat, denn so konnte er auch noch ein bisschen länger schlafen. Wenn's auch auf dem Boden ist...

 

Das Aufstehen an sich fiel mir etwas schwer, da ich immer ein wenig unsicher bin und leicht das Gleichgewicht verliere. Ich musste mich auch gleich hinsetzen, denn mein Kreislauf war komplett durcheinander. Und ich habe ein wenig Halsschmerzen. Da muss ich mich vielleicht noch ein bisschen besser einpacken...

 

 

2. Nacht:

Ich habe geschlafen wie ein Baby!! Und bin selbst ganz verwundert. Ich bin etwas später als normal ins Bett gegangen, hab mich eingekuschelt und hab super geschlafen. Ich bin zwar immer mal wieder kurz aufgewacht um mich zu drehen, doch bin auch genauso schnell wieder eingeschlafen.

 

Recht erholt bin ich wach geworden und mir tut nichts "mehr" weh als sonst auch. Das Aufstehen war jedoch genauso mühselig wie gestern auch. Beim Schlafen selbst habe ich festgestellt, dass mir "auf dem Bauch liegen" wohl am besteln gefällt und guttut. Auf dem Rücken kann ich noch nicht liegen und auch die Hüfte tut nach wir vor weh, wenn ich drauf liege. Doch wie schon erwähnt kenne ich diese Schmerzen auch vom Wasserbett. Die Hallschmerzen von gestern sind übrigens wieder weg.

 

Mein Lieblingsmensch hat heute Kopf- und Nackenschmerzen. Nicht so schön. Doch ich hoffe es wird auch bei ihm bald besser.

 

 

3. Nacht:

Oh je, was für eine Nacht... Ich glaube, wir haben zuuu lange gefeiert. Ich habe zwar nichts an Alkohol getrunken, doch wir haben trotzdem bis nach Mitternacht zusammen gesessen und das war für mich viel, viel, viel zu lang. Kein Wunder, dass sich mein Körper heute Nacht gemeldet hat.

 

Erst war mir heiß, dann habe ich gefroren und regelrecht gezittert und zum Schluss bin ich klatschnass und ganz verschwitzt aufgewacht. Und trotzdem habe ich recht tief und fest geschlafen. Hatte zwar wieder Schmerzen, doch die hatten mit dem "langen" Tag bzw. Nacht zu tun. Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich heute sehr unruhig geschlafen habe. Mein Schlaflager war ganz durcheinander...

 

 

4. Nacht:

Die letzte Nacht war, dank Rondo, sehr anstrengend... Keine Ahnung, ob ihm gerade der WEchsel von den Milchzähnchen zu den richtigen Beißern weh tut oder irgendetwas anderes ist. Auf jeden Fall war es eine anstrengende Nacht, da er uns ständig geweckt hat und jetzt wo wir auf Boden liegen, kommt er natürlich öfters. Letztendlich hat er sich zu meinem Lieblingsmensch geduschelt und wir konnten alle noch ein biischen schlafen.

 

Schmerzen hatte ich heute Nacht viel weniger und selbst das "Wenden" tut mir kaum noch weh. Der Boden fühlt sich auch tatsächlich nicht mehr so hart an. Kann das sein? Nach vier Nächten?

 

Mein Lieblingsmensch ist leider mit Rückenschmerzen aufgestanden. Doch das kann wohl auch an wenig Schlaf liegen... Mal schauen wie es heute Nacht wird.

 

 

5. Nacht:

Ich schlafe sehr viel tiefer und intensiver als im Bett. Die Hüfte tut mittlerweile kaum noch weh und ich kann stundenlang auf der Seite liegen - herrlich! Denn eigentlich bin ich ja "Seitenschläfer".

 

Mein Lieblingsmensch ist heute leider wieder mit Schmerzen aufgestanden. Diesmal Nackenschmerzen. Doch auch er berichtet, dass er viel tiefer und erholsamer schläft - trotz Schmerzen. Es gefällt ihm nur nicht, dass wir im Ess- & Wohnzimmer-Bereich lieben. Ihm wäre es lieber wir versuchen es mal im Schlafzimmer.

 

 

6. Nacht:

Heute Nacht war es heftig!! Nicht nur, dass wir mit unserem Schlaflager ins Schlafzimmer gewandert sind und wir jetzt wie Ölsardinen in der Dose liegen, sondern ich durfte auch noch Krankenschwester - oder auch nur besorgte Mama - sein. Unser jüngster Sohnemann, der über uns lebt, hat einen schweren grippalen Infekt mit hohem Fieber und allem drum und dran. Nachdem die Schmerztabletten nicht so viel gebracht haben, habe ich mich entschlossen auf altbewährte Hausmittel zurück zugreifen. Es gab, wie früher schon, als sie Kinder waren, Wadenwickel. Die bewirken wahre Wunder und ruckzuck hatten wir das Fieber wieder gut im Griff.

 

Es war also eine recht kurze und etwas beengte Nacht und vor allem hat sich unser Sohn gewundert, was wir denn auf dem Boden machen. Das Gesicht unbezahlbar!!

 

 

7. Nacht:

Das Schlafen wird von Mal zu Mal besser, wobei ich heute Nacht vor lauter Durst wach geworden bin und fast einen Liter Wasser auf einmal getrunken habe. Wenn ich es tagsüber nicht so gut hinbekomme, ausreichend zu trinken, fordert es mein Körper spätestens nachts wieder ein.

 

Im Schlafzimmer finde ich es im Moment nicht so schön, da es nach wie vor sehr beengt ist - unser Wasserbette steht ja noch drin - und wir liegen auf dem recht engen Stück Boden vor dem Kleiderschrank. Ich glaube heute Nacht wandere ich wieder aus!

 

Nach einer Woche kann ich sagen, dass ich fester und intensiver schlafe als im Bett und ich nicht so oft aufwache. Die Schmerzen in den Beinen gehen schneller vorbei und treten auf insgesamt seltener auf. Doch vor allem mein gesamter Körper hat sich in kürzester Zeit an die neue Situation gewöhnt und ich habe selbst beim Hinlegen und Aufstehen so gut wie keine Schmerzen mehr und es fällt mir mittlerweile auch einfacher. Selbst wenn ich mich zu Rondo auf den Boden setze, habe ich jetzt weniger Schmerzen und komme "eleganter" runter und wieder hoch.

 

Bis jetzt habe ich noch keinen Nachteil gefunden - außer vielleicht ein bisschen Halsschmerzen zwischendurch, doch das könnte mir im Bett genauso passieren.

 

Auf geht's in die zweite Woche...

 

 

14. Nacht:

Zwei Wochen sind jetzt vergangen seitdem wir unser Schlaflager aufgetellt haben und bis auf ein paar "Ausnahme"-Nächte schlafen wir sehr gut. Ich habe gemerkt, dass ich ein bisschen Polsterung brauche - so direkt auf dem Boden ist es nichts für mich. Doch es muss absolut nicht mehr so eine dicke Matratze oder gar das Wasserbett sein.

 

Im Moment sind wir noch am Überlegen und zwar 1., wie und wo bekommen wir unser jetziges Wasserbett verkauft, und 2., was soll es jetzt genau werden. Shiatsu-Matte oder Klappmatratze aus Kapok? Die nächste Woche werde ich also mit einigen Recherchen verbringen...

 

Übrigens hat sich Rondo mittlerweile auch daran gewöhnt, dass wir auf dem Fußboden liegen und legt sich mittlerweile ins Bad zum Schlafen, da es dort auf den Fliesen sooo schön kühl ist und er weiß, dass wir noch da sind. Die erste Angst und/oder Kontrollzwang hat sich gelegt.

 

 

21. Nacht:

Oh je, mein Lieblingsmensch hat einen "Hexenschuss" bekommen - und nein, ich war es nicht! Er hat sich nur mal eben bücken wollen... Notgedrungen schläft er jetzt, leider mehr schlecht als recht, auf dem Sofa, da er sich momentan nicht auf den Boden traut. Verständlich - wer weriß, ob und wie er dann wieder hochkommt. Es ist für ihn schon eine Qual vom Sofa aufzustehen. Mein armer Lieblingsmensch, hoffentlich ist bald alles wieder gut!

 

Ansonsten schlafen wir nach wir vor weiterhin auf dem Boden und ich möchte es nicht mehr missen. Frage mich gerade nur, wie ich es auf Seminaren mit Übernachtungen handhaben könnte. Ob ich mir dann einfach eine Isomatte mitnehme und dann auch auf dem Boden schlafe? Habe ja, Gott sei Dank, immer ein Einzelzimmer. Und im Wohnmobil? Ob wir auch da eine gute Lösung finden? Witzig wird es bestimmt bei meinen Eltern, wenn ich dann auf den "kalten" Fliesen schlafen will und meine Mama bestimmt mit mir schimpfen wird. Das wird wahrscheinlich die größte Herausforderung - denn für unsere Eltern bleiben wir immer Kinder und ich könnte mich ja erkälten, eine Nierenbeckenentzündung oder sonstiges bekommen... Und Recht hat sie!!

 

Weiter geht's also mit den ausgesprochen erholsamen Nächten auf den Boden. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Wer weiß, vielleicht gibt es ja auch zum Sitzen noch weitere - und vielleicht bequemere - Möglichkeiten... Ich werde demnächst mal recherchieren...

 

 

28. Nacht:

Vier Wochen sind jetzt vergangen seitdem wir unser Schlaflager aufgestellt haben und es tut uns immer noch gut auf hartem Untergrund zu schlafen. Mittlerweile haben wir auch schon eine Entscheidung getroffen, obwohl die 33 Tage bzw. Nächte noch gar nicht rum sind.

 

Wir haben uns entschieden, dass Wasserbett zu behalten und dies ein wenig umzubauen, so dass wir wieder im Schlafzimmer schlafen können. Wir finden es beide viel zu schade, das schöne Bett wegzugeben und damit auch das Gesamtbild unseres Schlafzimmers zu "zerstören". Die Wassermatratzen, die Auffang-Wanne und die Heizung sind ausgebaut. Der hübsche Rahmen ist geblieben. Im Moment liegen wir also auf dem Holzpodest, der sich jedoch genauso anfühlt wie der Boden selbst.

 

Mein Lieblingsmensch hat sich nochmal die aufblasbare Isomatte reingelegt, ich habe darauf schon verzichtet und liege noch etwas "fester". Im ersen Moment ist es zwar immer noch ein bisschen unangenehm ins Bett zu steigen, doch nach kürzester Zeit schlafe ich tief und fest wie ein Baby. Ich merke es noch nicht einmal, wenn es draußen stürmt oder gewittert... Nur aufs Bett "springen" geht jetzt nicht mehr wirklich. Das tut dann doch weh!

 

Um es insgesamt noch ein bisschen hübscher und bequemer zu gestalten haben wir uns für eine riesengroße und 6cm hohe Shiatsu-Matte aus Schurwolle entschieden und diese gleich bestellt. Wir möchten sie als Unterlage verweden, damit die einzelnen Decken und das provisorische "Matten-Decken-Lager" endlich wegkommt.

 

Rondo findet es übrigens gar nicht so toll, dass wir nicht mehr im Wohnzimmer auf dem Boden schlafen, denn jetzt kann ers ich nicht mehr an uns ankuscheln oder auf uns rumspringen, wenn er zwischendurch oder morgens wach wird. Für uns ist das jedoch schon eine Wohltat. Da unser Hundebaby jedoch nicht doof ist und jedes Mal ein Stückchen größer ist, hat er schon zweimal versucht aufs Bett zu kommen. Pfui!! DAs geht gar nicht! Sofa und Bett sind absolut tabu!!

 

 

35. Nacht:

Mein Ziel von 33 Tagen ist erreicht und überschritten. Es geht mir nach wie vor sehr gut damit, ohne Matratze - ohne Wasserbett - zu schlafen. Leider ist die bestellte Shiatsu-Matte noch nicht da und wir müssen nach wie vor ein bisschen improvisieren, was ein noch etwas unordentliches Schlaflager mit sich bringt.

 

Das Schlafen an sich klappt bestens. Mein Körper hat sich an die harte Unterlage gewöhnt und obwohl es beim Drehen immer noch gut spürbar ist, sind es keine Schmerzen mehr. Nur auf dem Rücken liegen klappt noch nicht einwandfrei. Doch auf der Seite und auf dem Bauch ist es gar kein Problem mehr. Bin sogar am Überlegen, ob ich als weiteren Schritt das Kissen abschaffe... Mal schauen, ich werde berichten, wenn ich es versuchen sollte...

 

Mein Lieblingsmensch schläft auch besser, doch anscheinend noch lange nicht so gut wie ich auf der harten Unterlage. Er kann es kaum erwarten, dass die Shiatsu-Matte da ist. Ich hoffe, es wird dann auch für ihn noch angenehmer. Doch insgesamt schläft auch er wesentlich besser und intensiver.

 

Also: Weiter geht's...

 

 

37. Nacht:

Yippieh!! Unsere Shiatsu-Matte kamm tatsächlich gestern an und ich habe sie gleich gegen die anderen Unterlagen ausgetauscht. Es fühlt sich echt gut an beim Hinlegen. Und es fällt auch kaum auf, dass es keine "normale" Matratze ist, denn ich habe sie mit einem Spannbetttuch überzogen.

 

Leider gab es gestern ein etwas zu schweres Abendesse (Linsensuppe) und ich hatte dadurch ein paar Verdauungsproblemchen, doch ansonsten habe ich herrlich geschlafen.

 

Mein Lieblingsmensch beschwert sich öfters mal über Nackenschmerzen, die jedoch nach dem Aufstehen ganz schnell wieder verflogen sind.

 

 

42. Nacht:

Bis auf ein bisschen Morgensteifheit geht es mir nach wie vor gut, wenn ich aus dem umgebauten Bett steige. Ich habe mich an die Höhe und Festigkeit der Shiatsu-Matte gewöhnt und kann sogar ein paar Minuten länger auf dem Rücken liegen. Was für mich sonst immer eine Qual ist, da es mit sehr starken Schmerzen verbunden ist. Doch im Moment klappt sogar dies. Wenn ich jetzt Schmerzen im LWS-Bereich habe, versuche ich mich absichtlich auf den Rücken zu legen und mache ein paar Übungen die mir guttun. Überhaupt habe ich angefangen, abends und morgens zwei bis drei Übungen im Bett zu machen zum Dehnen und das tut mir sehr, sehr gut.

 

Das Kissen habe ich bis jetzt doch noch nicht abgeschafft. Es ist einfach viel bequemer mit Kissen.

 

Mein Lieblingsmensch hat sich bis jetzt nur einmal beschwert und zwar darüber, dass es jetzt bei ihm öfters "knackst"... Nun ja, ich denke, das ist ganz normal. Früher waren wir jung und knackig und jetzt eben nur noch knackig. ***lach!*** Im Allgemeinen schläft auch er ganz gut. Eben nur dieses Knacken, wenn alles wieder an seinen Platz rückt, und ab und zu schlafen ihm die Arme ein - doch das war auch vorher schon so. Vielleicht bekommen wir das auch noch in den Griff. Ich wünsche es ihm.

 

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