Überwinterung Teil III - November 2022

Tag 21: Montag, 21. November 2022

03016 Alicante – 46400 Cullera: 163km

Gestern Abend lag ich um 19.15Uhr schon im Bett und habe fast durchgeschlafen. Auf jeden Fall ist dafür die Nacht schon um 5.50Uhr vorbei. Ich kann Dir gar nicht sagen warum, doch sobald ich länger als ein Tag irgendwo stehe, ist in der Trude Chaos angesagt… *lach* Heute Morgen heißt es also erst einmal aufräumen, spülen, Toilette sauber machen, Müll weg bringen und raus kehren. Trotz allem bin ich um kurz nach 7.00Uhr schon mit allem fertig. Zum Wegfahren ist es allerdings noch zu früh, denn es ist noch dunkel. In der Dunkelheit fahre ich grundsätzlich nicht. Also geh ich mal noch ein paar Fotos machen…

 

 

In echt sieht es irgendwie viel dunkler und schöner aus, als auf den Fotos… Den Mond bekomme ich überhaupt nicht fotografiert. *schade*

Um 7.45Uhr halte ich es allerdings nicht mehr aus und tuckere los. Davor mache ich jedoch nochmal zwei Fotos von der Trude aus, weil der Himmel gerade so schön aussieht. Achte aber bitte nicht so sehr auf meine schmutzigen Fenster und Spiegel… *lach* Die muss ich demnächst unbedingt mal putzen. Oh je!

 

 

Mein nächstes Ziel ist das Schokoladen-Museum „Valor“ (*unbezahlte Werbung*) in La Vila Joiosa. Um kurz vor 9.00Uhr stehe ich schon am Museums-Tor und werde vom Pförtner darauf hingewiesen, dass das Museum erst um 10.00Uhr öffnet und das die erste geführte Besichtigung auf englisch stattfindet. Na toll… Was mach ich jetzt noch mindestens eine Stunde?! Und soll ich mir das wirklich auf englisch antun? *lach*Ich entscheide mich ein bisschen spazieren zu gehen, mir die Gegend anzuschauen und mir im Consum (*unbezahlte Werbung*) noch etwas zum Abendessen zu kaufen.

 

 

Um 9.45Uhr stehe ich wieder am Museum… Und in kürzester Zeit werden es immer mehr englisch sprechende Menschen um mich herum. Und ja, ich nehme es in Kauf mir das Ganze in englisch anzuhören, denn noch eine Stunde möchte ich wirklich nicht mehr warten. Zuerst bekommen wir ein Video vorgespielt – mit Untertitel – und somit verstehe ich so gut wie alles. Im nächsten Raum allerdings wird uns nur ein Audio vorgespielt und da schaut es schon ganz anders aus… *seufz* Doch vieles kann ich mir anhand der Gegenstände zusammenreimen.

 

 

Danach geht’s über den Hof…

 

 

…ins eigentliche Museum.

 

 

Die Fabrik, die wir über eine Außentreppe erreichen – von hier aus auch das Foto der Gegend -, dürfen wir zwar sehen, doch nicht fotografieren. Zum Abschluss geht’s noch zur Verköstigung in den Verkaufsraum. Hier dürfen wir drei Schokoladen probieren – eine dunkler als die andere. Ich entscheide mich für die „mildeste“ von den Dreien mit Mandeln und kaufe noch eine weitere Überraschung für Weihnachten ein. Daher gibt’s heute von meinen Errungenschaften kein Foto… Sorry!

 

 

Gegen 11.00Uhr bin ich wieder an der Trude und meine Fahrt geht weiter zu meinem theoretischen Reiseziel Benissa. Berta, mein Navi, führt mich wieder über gefühlte Tausend Umwegen dorthin. In die kleinsten Gassen will sie mich wieder schicken, nur um vielleicht 1-2 Minuten Zeit zu gewinnen. Nee, nee, nee… Schlimm, die Berta!

In Benissa fühle ich mich nicht besonders wohl. Es ist hier nicht wirklich einladend oder gemütlich, obwohl viele Camper da stehen. An den Zapfhahn fürs Wasser kommt man auch nicht wirklich gut dran und der Schlauch passt auch nicht drauf. Nach kurzer Überlegung marschiere ich los auf der Suche nach einer geeigneten Gießkanne für mich und entdecke tatsächlich ein „Mädchen“-Modell… *lach* Sie ist rot und fasst „nur“ 6 Liter. Leider vergesse ich sie zu fotografieren, bevor ich sie wegräume. Naja, dann gibt’s beim nächsten Mal das Foto. Bevor ich allerdings Wasser einfüllen kann muss ich sie erst einmal gründlich schrubben! Die steht wohl schon etwas länger herum. 5,00€ darf ich für sie bezahlen. Keine Ahnung ob das günstig oder teuer ist – ich kaufe so selten Gießkannen… Auf jeden Fall freue ich mich über sie und versuche mit ihr Wasser in die Trude zu bekommen. Aber…

Problem Nr. 1: Ich bekomme den Wassertankdeckel mal wieder nicht auf. Gott sei Dank ist auch dieses Mal ein netter Herr vor Ort der mir prompt hilft… Problem Nr. 2: Es läuft mehr Wasser neben dran als in die Trude rein und dabei gebe ich mir wirklich Mühe. Und Problem Nr. 3: Ich laufe und laufe und laufe…

Daher schließe ich die Befüllstation von außen, nehme alle Sitzkissen von der Sitzbank und öffne ganz vorsichtig den Deckel im Innenbereich. Ganz vorsichtig, weil ich sonst den Stöpsel zieh… *lach* Und das möchte ich auf gar keinem Fall!! Ganze vier mal laufe ich, danach habe ich die Schnauze voll. Immerhin so um die 20 Liter sollten jetzt auf jeden Fall drin sein und die Anzeige zeigt jetzt auch schon wieder halbvoll an. Das passt! Bis zum nächsten Tankstopp sollte es reichen. Vielleicht kann ich dann wieder den Schlauch anschließen, das macht es sooo viel einfacher – natürlich nur, wenn ich den doofen Deckel dann auch wieder abbekomme…

Danach sitze ich in der Trude und überlege, was ich noch machen kann und bemerke, dass ich hier überhaupt kein Netz habe. Ich glaube, dass ist das i-Tüpfelchen das mir noch gefehlt hat. Ich packe zusammen und fahre wieder los. Und zwar über die Autobahn – auf dem schnellsten Weg – und bis nach Cullera, was eigentlich erst für Morgen geplant ist. Egal. Meine Eltern freuen sich auch wenn ich heute schon da bin und zwar ganz ohne Ankündigung. Ist ja auch von mir eine spontane Entscheidung. Der Weg kommt mir ewig vor. Ich bin müde und noch dazu ist ein ganz schöner Wind unterwegs – die Trude wackelt ganz schön hin und her. Ich muss echt aufpassen und sehr konzentriert fahren. Zwischendurch muss ich sogar laut singen, damit ich nicht einschlafe. Kinderlieder mag ich dann besonders gerne die ich dann recht laut vor mir her gröle. *lach*

Gegen 15.00Uhr komme ich bei meinen Eltern an und ein leckeres Mittagessen wartet schon auf mich, obwohl ich mich erst fünf Minuten vorher angekündigt habe. Was für ein exklusiv Service! *freu, freu, freu* Es gibt Hähnchen-Kroketten und Salat. *lecker* Danach laufen meine Mama und ich noch gemütlich in Mercadona (*unbezahlte Werbung*), denn ich möchte mir unbedingt von den Gluten und Laktose freien Keksen kaufen, die ich bei meinem Cousin probiert habe.

Apropos Cousin… Kannst Du Dich an diese Kugeln erinnern, die fast wie Kiwis aussehen, die ich Dir vor Kurzem gezeigt habe? Ich habe ihn gefragt, ob er weiß, was das ist und obwohl er es mir nicht auf Anhieb beantworten konnte, hat er sich für mich schlau gemacht! Ist das nicht lieb!?

***Muchas gracias, primo!***

 

 

Frei Übersetzt: …Dies sind die Überreste, die nach der Zersetzung der Blätter des Neptungrases, am Boden zurückbleiben. Durch die Wellen und der Reibung am Boden werden sie zu Kugeln geformt, die bei einer bestimmten Größe von den Wellen ans Ufer gespült werden…

Endlich ist das Rätsel gelöst!!

Jetzt sitze ich gemütlich in der Trude, es regnet – mal wieder in Cullera, also im Prinzip wie beim letzten Besuch auch -, und ich lass mich vom Wind, mehr oder weniger sanft, hin und her schaukeln… Doch irgendwie empfinde ich es gar nicht mehr als sooo schlimm. Hier kenne ich mich aus, hier habe ich keine Angst und vor allem hier habe ich guten Empfang! Das A und O für mich, damit ich mit meinen Liebsten Kontakt halten kann in jeder Situation und zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Ob ich heute noch groß was mache, weiß ich noch nicht – wohl eher nicht. Ich glaube, ich mach mir jetzt nur noch eine Kleinigkeit zum Abendessen und genieße den Abend mit einem Buch oder so.

 

Tag 22: Dienstag, 22. November 2022

Cullera vor Ort: 0km

Ich muss gestehen, dass mit dem „sanft“ hin und her schaukeln, streichen wir mal ganz schnell. Das ich heute Nacht nicht seekrank geworden bin, ist alles! Was für ein Wind! Es ist sooo windig, dass ich heute Morgen bei meiner Mama die Wäsche gewaschen und zum Trocknen aufgehängt habe und sie jetzt um 13.00Uhr zum größten Teil schon trocken ist. Wahnsinn! Durch den Wind ist es heute nicht ganz so warm, doch spazieren gehen wir trotzdem und die Sonne versucht auch schon raus zu kommen.

 

 

Der Sand ist dieses Mal ganz glatt, dass habe ich so nur sehr selten erlebt. Der viele Wind hat ihn richtig geebnet. Es ist noch heute und Morgen mit starkem Wind zu rechnen – also mal schauen, wie es dann in der Trude wackelt.

Zum Thema Wäsche waschen muss ich Dir allerdings noch was erzählen. Wie immer, wenn ich bei meinen Eltern bin, packe ich morgens meine Schmutzwäsche ein um sie zu meiner Mama zu bringen. Heute möchte ich ihr auch noch Äpfel mitbringen, da ich sie nur spazieren fahre und irgendwie doch nicht esse. Dort angekommen stecke ich die Wäsche in die Waschmaschine und stelle sie an. Und auf einmal muss ich an die Äpfel denken… Ich weiß nicht mehr, ob sie noch in der Trude auf dem Tisch liegen oder ob ich sie „aus Versehen“ zur Schmutzwäsche getan haben und sie jetzt mitgewaschen werden… Ich mach mir bald in die Hosen vor Lachen – meine Mama findet es gar nicht witzig… *lach* Gott sei Dank läuft nur das „Schnellprogramm“ – in 15 Minuten wissen wir mehr…

Also in der Wäsche sind sie nicht… Es bleibt spannend…

Doch jetzt wird erst einmal gemütlich zu Mittag gegessen, es gibt Seehecht, Pommes und Salat. Und währenddessen werden alle meine Geräte an den Strom angeschlossen, so brauche ich sie nicht in der Trude an die Bord-Batterie anzuschließen.

Nachdem Mittagessen trinken wir noch gemeinsam Kaffee und erzählen über Geschichten die in meiner Kindheit passiert sind und lachen ziemlich lange und sehr herzhaft. Die eine oder andere lustige Geschichte kannte ich schon, doch einige sind auch noch neu. Die muss ich mir unbedingt noch aufschreiben.

Gegen 16.00Uhr trete ich den Rückweg an die Trude an und sehe gleich, dass ich neue Nachbarn bekommen habe. Mit einer französischen Dame erzähle ich gleich ein wenig. Zwar mit Händen und Füßen, doch irgendwie verstehen wir uns doch. Die Herzenssprache, wie ich so schön sage, versteht einfach jeder und ich gebe mir wirklich Mühe mich auch in anderen Sprachen verständlich zu machen. Die Herrschaften haben eine Katze dabei die Gassi geführt wird. Auch nicht schlecht, was?! Das größte Highlight war allerdings, als wir mal einen Papagei in einem WoMo gesehen haben. Oh, ich hätte auch so gerne wieder ein Haustier – ein Mädchen – was mich auf Reisen und zu Hause begleitet… Hallo Universum, hörst Du mich!?

Hier in der Trude habe ich jetzt auch die Äpfel wiedergefunden!! Die lege ich mir jetzt für Morgen mal bereit, denn heute werde ich die Trude wohl eher nicht mehr verlassen! Ich mach’s mir jetzt gemütlich und werde vielleicht noch ein wenig kreativ. Auf jeden Fall werde ich mir jetzt noch einen leckeren Kaffee einschenken und ein oder zwei von den leckeren Keksen genehmigen… *lach*

 

 

 

Fürs Wochenende bin ich übrigens auch schon verabredet!! *freu* Samstag und Sonntag sind vollgepackt…

 

Tag 23: Mittwoch, 23. November 2022

46400 Cullera vor Ort: 0km

Gestern Abend habe ich in meinen ganzen Bastel-Anleitungen, die ich mir mitgenommen habe, eine Anleitung für Yoga-Socken entdeckt und habe seit langem wieder mal das Strickzeug rausgesucht. Du musst wissen, ich liebe handgestrickte Sachen, doch es fällt mir unheimlich schwer zu stricken. Noch dazu kann ich nur rechte und linke Maschen und auch nur die englische/spanische Art zu stricken, bei der Du nicht die Nadel, sondern den Faden bewegst… Und ich habe das Gefühl, das dauert ewig… Nun gut, Yoga-Socken sollen es werden…

Ich glaube, ich habe bestimmt ganze vier Mal ansetzen müssen, bis ich endlich den Anfang auf den vier Nadeln hatte. Doch so weit so gut, die ersten 8cm sind gestrickt und währenddessen habe ich einige Kapitel von dem Hörbuch: „Die Braut des Schotten“ (*unbezahlte Werbung*) von Lynsay Sands gehört. Übrigens meine erstes Hörbuch überhaupt und finde es ganz nett zuzuhören, während ich einer anderen Beschäftigung nachgehen kann.

Gegen 21.30Uhr bin ich dann ziemlich k.o. und mit leichten Finger-Schmerzen ins Bett gefallen und habe geschlafen wie ein Baby oder vielleicht doch eher wie ein Murmeltier. Auf jeden Fall will ich heute Morgen gar nicht aufwachen, geschweige denn aus dem warmen Bett kriechen und stehe erst auf, als mein Wecker klingelt, den ich mir vorsichtshalber gestellt habe. Heute haben wir nämlich nochmal einen Termin auf der Bank. Zwar erst um zehn, doch sicher ist sicher…

Also, aufstehen, anziehen, aufräumen, Kaffee trinken, etc. – das übliche Ritual eben – und vor allem die Äpfel einpacken! Bei meinen Eltern gibt’s dann gleich nochmal einen Kaffee und einen frisch gepressten Orangensaft dazu und dann geht’s auch schon los zur Bank. Wir brauchen eine kleine Ewigkeit, weil mein Papa heute echt nicht gut zu Fuß ist, trotz Rollator. Meine Mama läuft also schon mal vor und sagt Bescheid, dass der Rest von uns gleich nachkommt. Letztendlich hätten wir uns gar nicht so sehr beeilen brauchen, denn es war noch Kundschaft vor uns dran und wir haben doch noch 15 Minuten warten müssen – wie gut, dass er gleichzeitig auch seinen Stuhl dabei hat. *lach* Nach einer gefühlten Ewigkeit ist jetzt endlich alles fertig und wir begleiten meinen Papa zum Friseur! Es wird echt Zeit! Seine Haare sind schon wesentlich länger als meine… – Ja, ich weiß, dass ist auch kein großes Kunststück – doch kürzer geht immer… Und wir haben Glück, denn auch ohne Termin kommt er gleich dran.

Papa sitzt also beim Friseur und Mama und ich gehen eine kleine Runde spazieren. Und das sind die herrlichen Fotos vom Strand von heute Morgen…

 

 

 

Kurz nachdem wir zu Hause ankommen, kommt auch mein Papa dazu und es gibt einen „Aperitivo / Aperitif“ – nicht in Form von Alkohol, sondern in Form von ein paar Chips und Oliven… Um kurz vor 13.00Uhr marschiere ich wieder los, denn jetzt habe ich Termin beim „Herrenfriseur“… *lach* Doch ich glaube, bei meiner Frisur kann man nicht wirklich was falsch machen und zur Not, wenn es mir gar nicht gefallen sollte, setze ich dann einfach hinterher nochmal selbst die Maschine an… Du weißt ja, selbst ist die Frau!!

 

 

 

Doch ich finde es kann sich sehen lassen… Sollte ja nur hinten und an den Seiten kürzer werden und für 10,00€ kann ich mich jetzt wirklich nicht beschweren. Danach springe ich gleich unter die heiße Dusche, denn ich hasse es, wenn die kleinen Härchen an mir kleben und es juckt dann auch noch so furchtbar. Nach der Dusche fühle ich mich gleich viel besser und meinen verspannten Schultern tut’s auch gut.

Jetzt wird erst einmal zu Mittag gegessen. Heute gibt es „conejo al ajillo“ – also Hase in Knoblauchsauce, gebackene Artischocken und Salat. Sooo lecker!! Was bin ich glücklich darüber, dass ich sooo verwöhnt werde und nicht selbst kochen muss!

Nach dem Essen übernehme ich, wie jeden Tag, das Spülen und Aufräumen der Küche. Jetzt wird noch gemütlich ein Kaffee getrunken und dann geht’s wieder zurück an die Trude.

In der Trude lade ich alles ab und marschiere gleich mal zum „Chino“ – hier bekommst Du alles was das Herz begehrt, doch manchmal leider nicht in besonders guter Qualität – dafür ist es allerdings recht günstig. Ich kaufe mir eine Mappe für die ganzen Reiseunterlagen und Stadtpläne, die sich in den letzten Wochen angesammelt haben, und noch ein Set Stricknadeln, da ich nicht die richtige Stärke dabei habe und bald wechseln muss. Außerdem mache ich von unterwegs aus noch ein paar Fotos für Dich.

 

 

 

Wieder an der Trude angekommen, möchte ich noch ein paar Bilder von meinen gemalten Steinen machen, doch statt schöner Bilder – dafür ist die Sonne schon zu tief – bekomme ich nur Unmengen von komischen Kletten an die Hosenbeine. Mal schauen, wie ich die nachher alle wieder abbekomme. Ob das vielleicht mit einer Fusselrolle klappt?! Irgendwo in der Trude müsste noch eine sein…

 

 

 

Jetzt entspanne ich mich ein wenig, stricke, höre mein Hörbuch und im Anschluss schreibe ich hier meinen Reisebericht und werde mir eine kleine Kürbissuppe kochen. Zwei Drittel vom Kürbis habe ich am Wochenende bei meinem Cousin gelassen und der Jüngste der Familie hat schon davon genascht. Den letzten Drittel verarbeite ich jetzt selbst. Ich hoffe, ich kann sie dann auch gleich mit dem „Stabmixer“ pürieren, da ich hier ja nicht über einen Thermomix (*unbezahlte Werbung*) verfüge. Leider. Ich koche nämlich sehr, sehr gerne damit! Und ja, ich KOCHE damit! Auch wenn da „böse Zungen“ etwas anderes behaupten… *lach*

Ansonsten gibt’s zwischendurch ein paar Anrufe und Nachrichten an die Familie und die letzten Verabredungen werden getroffen. Auch die letzten Wunschlisten der Kids sollten allmählich hier ankommen, da ich ja dann ab kommenden Montag im Schneckentempo die Heimreise einleiten werde.

Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Tag!

 

Tag 24: Donnerstag, 24. November 2022

46400 Cullera vor Ort: 0km

Das mit der Kürbissuppe hat gestern noch sehr gut geklappt. Und obwohl es nur ein Drittel Kürbis, eine Kartoffel und ein Beutelchen Kokos-Sahne war, kam mehr Suppe raus als ich dachte. Ich habe eine Tasse davon getrunken und den Rest heute Morgen meiner Mama mitgebracht. Wie Du vielleicht schon weißt, esse ich nicht gerne zwei mal hintereinander das gleiche Gericht. Meine Mama hat sich gefreut… Also alles richtig gemacht!

Heute Morgen wache ich mal wieder um 5.50Uhr auf, doch da ich noch müde und erst um 9.30Uhr mit meiner Mama verabredet bin, drehe ich mich einfach nochmal um und schlafe weiter. Um 7.30Uhr stehe ich dann aber doch auf, denn ich habe vor unserem Treffen ja noch einiges zu tun, es ist mittlerweile auch schon hell, und ich brauche viel Zeit für mich um in die „Puschen“ zu kommen. Als allererstes ziehe ich mein Bett ab, beziehe es wieder frisch – was immer ein großer Akt ist – und sammle die restliche schmutzige Wäsche ein, denn heute ist die letzte Gelegenheit bei meiner Mama zu waschen bevor ich weiter fahre. Es braucht ja doch noch ein bisschen Zeit zum Trocknen.

Also Wäsche zusammenpacken, und das restliche Tagesprogramm wie immer, inkl. Kehren, denn heute ist es mal wieder nötig. Außerdem habe ich zwar nicht die Fusselbürste gefunden, dafür aber die Ersatzrollen. Die werden’s wohl auch tun, denke ich. Dem ist aber leider nicht so, der „Klebestreifen“ bekommt nicht die Spur dieser doofen Kletten ab. Mir bleibt also nicht anderes übrig als diese Biester weiterhin Mini-Stückchen für Mini-Stückchen mit der Hand abzumachen. So eine blöde Aufgabe – das kann ich Dir sagen!!

Nachdem ich also alles erledigt habe, stehe ich pünktlich um 9.30Uhr vor dem Parkplatz auf dem die Trude steht, denn hier haben wir uns verabredet und nach kürzester Zeit ist meine Mama auch schon da. Wir laufen gemeinsam auf den Markt und gönnen uns „Churros con Chocolate“ – das ist eine Art Brandteiggebäck mit heißer, dickflüssiger Schokolade zum Tunken.

 

 

 

Am Markttag gibt’s für uns immer dieses Frühstück und in dieser Zeit vergessen wir einfach mal die Gluten- und Laktose-Unverträglichkeit… *lach* Ich werde zwar mindestens die nächsten 24 Stunden Blähungen und Bauchweh ohne Ende haben, doch da ich ja alleine in der Trude bin… *lach*

Und wir gehen auch immer ins gleiche Café. Und die Toilette sieht auch schon seit Jahren genau so aus… Hauptsache es funktioniert! Ich glaube einen Schönheitswettbewerb gewinnt hier kein Lokal mit den Toiletten und was nicht passt, wird passend gemacht – wie der Lichtschalter. So einfach ist das hier. Dafür ist es sehr sauber, denn anscheinend wir hier mit reinem Chlor geputzt. Ich bin nur 3 Minuten in der fensterlosen Toilette drin um zu Pieseln und mir Tränen jetzt noch die Augen!

 

 

 

Am Nachbartisch sitzt ein sehr betagtes Ehepaar. Sie ist 86 und er 91 Jahre alt und nach kurzer Zeit sind wir schon Mitten im Gespräch. Sie erzählt uns nicht nur einen Schwank aus ihrem Leben, sondern auch noch den einen oder anderen Witz bei dem ich mir vor Lachen bald in die Hosen mache. Die Frau ist echt klasse! Noch dazu bekomme ich die eine oder andere Reiseempfehlung mit auf den Weg. Ich soll, z.B. unbedingt Fortuna besuchen – und damit ist nicht die spanische Zigarettenmarke gemeint. Dort gibt es tolle heiße Quellen und man kann super entspannen. Ich halte es mir mal im Hinterkopf für meinen nächsten Aufenthalt, denn es liegt weiter im Süden. 

Beim Anblick ihres Frühstücks muss ich schmunzeln, denn sie frühstücken keinesfalls wie wir „Churros con Chocolate“ – oh nein. Die Kellnerin stellt als aller erstes Mal eine große Flasche Rotwein und eine kleine Flasche Wasser auf den Tisch, dazu ein paar Oliven, eingelegte Gürkchen und geröstete Erdnusskerne. Danach folgt für ihn ein halbes Baguette gefüllt mit der spanischen Blutwurst (bocadillo de morcilla) und für sie ein Teller gegrillte Sepia (Tintenfisch). Nicht schlecht, was?! Und das ist das Frühstück, wie uns die ältere Dame darauf hinweist!! Sie gibt uns den Rat, gut zu Essen, den Wein zu genießen und viel zu lachen, dann wird man so alt wie sie!! Also dann!! Auf ein gutes, langes Leben!! *Prost & chin-chin*

Nachdem wir mit unserem Frühstück fertig sind und uns von den Herrschaften verabschieden, laufen wir gemütlich über den Markt und ich kaufe mir einen Pulli und die günstige Variante zum Safran. Meine Mama kauft noch ein Geschenk für ihre Urenkelin, das ich dann mitnehmen werde und wir laufen gemütlich nach Hause, wobei wir erst noch einen Stopp an der Trude einlegen um die schmutzige Wäsche und die Kürbissuppe zu holen.

 

 

 

Zu Hause wird gleich mal alles in die Maschine gesteckt und durchgewaschen. Ruck-zuck ist auch alles aufgehängt und mein Papa bietet mir an, mit mir einkaufen zu gehen. Klar, doch! Ich freue mich über jeden Meter den er läuft. Die ersten Bestellungen der Kinder sind auch schon eingetroffen und ich selbst möchte ja auch noch ein bisschen was mitnehmen. Zwischendurch halten wir kurz bei der Physiotherapie, denn ich brauche unbedingt einen Massage-Termin. Für heute Abend ist mir am liebsten, doch die Dame am Empfang vertröstet mich auf Morgen Mittag… Na gut…

Im Consum (*unbezahlte Werbung*) legen mein Papa und ich gleich los und innerhalb kürzester Zeit ist nicht nur sein Körbchen im Rollator sondern auch mein City-Cruiser (*unbezahlte Werbung*) voll und wir treten den Heimweg an. An der Kasse greife ich allerdings leider so unglücklich in den Einkaufswagen um die Sachen raus zu holen, dass ich mir den Daumennagel regelrecht nach oben klappe! Au, au, au!! Da muss ich gleich ein Pflaster drum machen, bevor er mir jetzt noch komplett abbricht, denn an den Seiten ist er jeweils eingerissen. *oh man*

 

 

 

Kurze Zeit später steht auch schon das Mittagessen auf dem Tisch. Heute gibt es „arroz al horno“ – ein Reisgericht aus dem Steintopf, das im Backofen zubereitet wird, mit Blutwurst, Speck, Kartoffeln, Tomaten und viel Knoblauch. Super lecker, doch auch super schwer verdaulich… Es liegt mir jetzt noch im Magen…

Nach dem Essen sind wir mit einer Freundin meiner Mama verabredet um gemeinsam spazieren zu gehen und so laufen wir fast zwei Stunden an der Strandpromenade entlang. Es ist heute sooo warm, dass einige Leute im Bikini am Strand liegen. Wahnsinn und das Ende November!!

 

 

 

Nachdem Spaziergang hole ich noch meinen prall gefüllten City-Cruiser (*unbezahlte Werbung*) ab und begebe mich zur Trude. Hier muss jetzt alles irgendwie verstaut werden. Gott sei Dank, habe ich schon einige Sachen verbraucht oder verschenkt und habe somit die eine oder andere Lücke um etwas einzupacken… *lach*

Meinen Eltern haben ich selbstverständlich auch einen von diesen hübschen Schutzengelchen geschenkt und es hängt bereits im Schlafzimmer. *freu*

Jetzt sitze ich hier, telefoniere mit meinem Lieblingsmensch, schreibe meinen Reisebericht und werde mir gleich zwei Artischocken zum Abendessen dämpfen. Dazu eine kleine Vinaigrette, einen grünen Salat und die restlichen Granatapfelkerne zum Nachtisch. Meine Mama verwöhnt mich die ganze Woche nicht nur mit frisch gepresstem Orangensaft, sondern sie hat mir auch schon zwei Granatäpfel auseinandergenommen, so dass ich sie gleich vernaschen kann! Oh je, wie sehr ich das alles doch vermissen werde!!

Übrigens habe ich versucht, meinen Nagel zu kleben, doch leider hat es nicht den gewünschten Effekt gehabt. Er ist mittlerweile abgebrochen… *seufz*

 

 

 

Morgen ist dann mein vorerst letzter Tag bei meinen Eltern. Leider. Die Zeit vergeht sooo schnell, doch da ich den Rückweg super langsam antreten möchte, bleibt mir nichts anderes übrig. Ich möchte nämlich noch ein bisschen was von Spanien, Frankreich und Deutschland sehen, bevor ich zu Hause ankomme. Ca. dreieinhalb Wochen möchte ich mir für die Rückfahrt Zeit nehmen und am Tag nicht mehr als 75-100km fahren und vielleicht sogar mal den einen oder anderen Tag Pause machen. Mal schauen, ob sich mein Plan in die Tat umsetzen lässt oder ob ich letztendlich doch wieder alles umschmeiße… *lach*

Wie war das noch gleich…

„Weißt Du, wie Du Gott zum Lachen bringen kannst? Mach einen Plan!“

Blaise Pascal

 

 

Tag 25: Freitag, 25. November 2022

46400 Cullera vor Ort: 0km

Heute ist der größte Teil des Tages irgendwie dem Einkauf gewidmet. *lach*

Gleich um 8.00Uhr schreibe ich meine Mama spontan an, ob wir nicht mit unseren City-Cruisern (*unbezahlte Werbung*) in Mercadona (*unbezahlte Werbung*) einkaufen gehen wollen. Klar, dass sie da sofort dabei ist. Da haben wir Einkauf und Spaziergang gleich mal kombiniert. Den der besagte Laden ist fast in der Stadtmitte und gute 20 Minuten laufen wir bestimmt bis wir dort sind. Also habe ich mich erst einmal zum Kaffee und O-Saft angemeldet… Wohl der letzte für dieses Jahr. *seufz*


 

 

Nach dem Einkaufstrip bringe ich gleich alles in die Trude, denn nachher brauche ich meinen City-Cruiser wieder um den Rest der Sachen bei meiner Mama zur Trude zu bringen… Du ahnst gar nicht wie froh ich bin, dass ich ihn eingepackt habe. Und da ich ihn komplett auseinandernehmen kann, braucht er noch nicht einmal viel Platz! *Daumen hoch*

Um 12.30Uhr habe ich heute den Massage-Termin. Ich bin auch pünktlich, beziehungsweise, wie es sich gehört, kurz vorher da und was soll ich sagen, ich hätte auch noch mal Kaffee trinken gehen können… Bin erst eine gute Viertelstunde später dran gekommen. Die Massage ist super! Tut mir richtig gut und eine gute Dreiviertelstunde werde ich geknetet und das für 35,00€. Da kann ich mich auch nicht beschweren, oder?! Mir tut’s auf jeden Fall super gut. *freu*


 

 

Kurz vor dem Mittagessen komme ich zu Hause an. Heute gibt’s einen „bunten Teller“ – also ein bisschen was von allem. Angefangen mit gebackenen Hähnchen-Schinken-Kroketten, gefolgt von Stockfisch-Kroketten, gegrillte Sepia, Rindersteak, Pommes, gebackenen Auberginen und grünem Salat – von jedem ein Häppchen… *lach* So gefällt es mir am besten! Ein schöner Abschluss für heute.

Nach meinem „Ritual“ die Küche hinterher aufzuräumen, gehen meine Mama und ich noch spazieren. Die Wolken sehen teilweise wie gemalt aus. Heute ist es gefühlt noch angenehmer als gestern am Strand und einige Leute sind sogar baden!


 

 

Danach kaufen wir noch gemeinsam in einen rumänischen Laden ein. Der Herr dort kann leider nur rumänisch oder italienisch und ich muss sagen, mit italienisch läuft es echt gut. Ich verstehe so gut wie alles. Meine Mama kauft sich eine Art geräucherten Kassler. Sie träumt von Sauerkraut, Kassler und Kartoffelbrei. Nun, jetzt steht ihr nichts mehr im Wege, denn ein Glas Sauerkraut habe ich bei ihr im Schrank auch schon entdeckt. *lach*

Danach kaufen wir noch ein bisschen Obst für mich. An vier Läden laufen wir vorbei um das schönste Obst rauszusuchen und letztendlich landen wir wieder beim zweiten Laden. *lach* Irgendwie bin ich auf den Geschmack von Granatäpfel gekommen und kaufe mir gleich mal fünf Stück. Mal schauen, wie lange sie halten. Daneben noch ein paar Mandarinen, kanarische Bananen – die sind viel kleiner als die „normalen“ – und eine Avocado. Allmählich wird’s echt knapp mit dem Platz… *lach*


 

 

Schnell ist der Rest der Sachen bei meinen Eltern eingepackt und der Abschied fällt kurz und knapp aus. Meine Mama bemerkt dann ganz trocken, dass wir heute ja gar nicht heulen… *lach* Es würde sich allmählich so anfühlen, als ob ich nächste Woche gleich wieder da wäre… *lach* Naja, nächste Woche vielleicht nicht gleich… – aber, wer weiß…

In der Trude ist jetzt als allererstes alles wegpacken angesagt und dann Kühlschrank mit „Chlor“ auswaschen, denn dadurch, dass er nicht mehr richtig kühlt, hat sich ein bisschen Schimmel gebildet. Igitt! Da muss ich gleich dran… Jetzt ist es wieder schön sauber und alle benutzen „Chlor-Sachen“ sind auch schon wieder entsorgt, bevor die ganze Trude nach Chlor stinkt! Schön, dass ich mir bei meiner Mama ein bisschen was abfüllen und Gummi-Handschuhe mitnehmen kann. Echt praktisch! *lach*


 

 

Jetzt ist soweit alles sauber und alles weggeräumt. Mein Reisebericht für heute ist auch gleich fertig und somit werde ich mich dann wahrscheinlich wieder meinen Yoga-Socken widmen und das Hörbuch wartet auch noch auf mich! Es wird gerade interessant…

Morgen geht dann die Fahrt weiter und neue Abenteuer warten auf mich! Bis dann…

 

Tag 26: Samstag, 26. November 2022

46400 Cullera – 46680 Algemesí: 27km

Heute Nacht schlafe ich sehr unruhig. Um halb eins bin ich das erste Mal wach und um 4.00Uhr das zweite Mal, weil mich ein Mosquito sooo nervt und ich nicht meinen Lieblingsmensch wecken kann, damit er sich um dieses Problem kümmert. Ich muss also selbst aufstehen, Licht anmachen, die Fliegenklatsche suchen und dann vor allem meinen Feind finden! Ach so, Brille aufsetzen nicht vergessen, sonst suche ich ihn Morgen noch… *lach* An dem Hängeschrank mit meinen Fotos sitzt dieses „Mistvieh“ und ruck-zuck klatscht es und das Problem ist Schnee von gestern. Von um 4.00Uhr bis um 7.00Uhr schlafe ich herrlich entspannt und träume vom Tanzen in jeder nur möglichen Variation. *herrlich* Was hab ich für einen Spaß!! – Also eigentlich sollte ich dem Mosquito dankbar sein… *lach* Wer weiß, ob ich sonst noch so gut geschlafen und so schön geträumt hätte…

Ich stehe also um 7.00Uhr auf, mach die Trude Startklar und um 8.30Uhr tuckern wir los nach Algemesí. Hier werde ich das Wochenende verbringen und meine Family besuchen. Doch erst einmal gehe ich auf den Markt, den heute ist Markttag!! *freu*

Ich laufe den Weg, den ich schon auswendig kenne, am Haus meiner verstorbenen Tante vorbei und auch am Haus meiner anderen Tante entlang, die jetzt im Altersheim ist. Irgendwie werde ich gerade sehr nostalgisch und sentimental, und während ich in unserem „Stammlokal“ einen Kaffee trinke, rollt mir die eine oder andere Träne über die Wange und ich warte irgendwie darauf, dass meine Tante gleich um die Ecke schaut. Hier war oftmals „Treffpunkt“… Nur dieses Mal kommt sie nicht. Sie ist schon seit über zwei Jahren nicht mehr da, doch es ist, glaube ich, das erste Mal, dass ich wieder hier in der City an einem Samstag bin… Es kommt ganz schön viel hoch… *seufz*


 

 

Nachdem ich den Kaffee dann doch noch genieße, schaue ich mir die restlichen Marktstände an und gehe in den nahegelegenen Park spazieren…


 

 

Hier war ich schon als Kind mit meinen Eltern und meiner Tanten spazieren – obwohl es damals noch etwas anders aussah – und kann mich noch daran erinnern, wie ich von ein paar anderen Kindern mit Datteln von den Palmen abgeworfen worden bin und eine Dattel mich genau in den Bauchnabel getroffen hat. Das war ganz schön blöd und hat echt weh getan. Dabei kannte ich die Kinder gar nicht… *seufz*Kinder können manchmal echt gemein sein…

Im Anschluss bin ich noch zur Plaza Major gelaufen. Jedes Café an dem ich vorbei komme ist proppenvoll. Alle Tische sind so gut wie belegt, ganz egal ob in der Sonne, im Schatten oder im Lokal selbst und jede Altersklasse ist vertreten – von ganz jung zu uralt. Alle sind am Frühstücken, Kaffee trinken, erzählen und lachen. Wie schön! Nur das Zuschauen tut schon gut! Würde ich hier leben, würde ich das wohl auch so handhaben. *lach*


 

 

An der Plaza Major habe ich mir die schöne Kirche angeschaut.

 

 

Auf dem Weg zurück zur Trude habe ich noch an einem Schreibwarengeschäft halt gemacht, bei dem ich mir schon als Kind Schreibübungshefte gekauft habe. Dieses Mal habe ich einige für unsere Enkeltochter gekauft. Mal schauen, ob sie ihr dann auch gefallen… Ich habe sie geliebt und hatte sie in allen Variationen!

 

 

Jetzt packe ich gleich meine Tasche und laufe zu meinem Cousin zum Mittagessen. Freu mich schon riesig auf die Family! 

Vor Ort treffe ich sogar zwei meiner Cousins, samt Gattinnen und 8 Kindern. Herrlich!! Hier ist richtig Leben in der Bude. Erinnert mich ein bisschen an die Zeit, als meine Kids noch klein waren, da war auch immer „High-Life“. Die Jüngeren sind noch ein bisschen schüchtern, doch die Älteren kennen mich schon von anderen Besuchen. Wir erzählen viel und tauschen uns über alles mögliche aus. Es ist schön bei der Familie zu sein und sich willkommen zu fühlen! Zum Essen gibt’s ein herrliches Barbecue, dazu Kartoffeln, Champignons, Paprikas, geröstetes – für mich glutenfreies – Brot mit Aioli (Knoblauchmayo)… Und zum Nachtisch holt mein Cousin extra Turrón (Mandelnougat) in verschiedenen Variationen für mich und einen Kaffee gibt’s obendrauf! Ich werde sooo verwöhnt! *freu*

 

 

Etwas Neues lernen darf ich heute auch. Der drittälteste meiner Neffen hat mir nämlich ein Stück Kaki angeboten und wir haben beide entsetzt festgestellt, dass die Kaki etwas pelzig geschmeckt hat und sich jetzt unser Mund ganz komisch anfühlt. Wenn dies geschieht, heißt das, dass die Frucht noch nicht reif genug ist. Um diesen Vorgang zu beschleunigen kann man entweder die Früchte mit Alkohol – egal welcher – abreiben und für ca. 5 Tage in eine geschlossene Plastiktüte geben, oder sie mit Wasser bedecken und ebenfalls ca. 5 Tage stehen lassen. Wir haben Witze darüber gemacht, ob einfaches stehen lassen nicht auch ausreicht damit sie in 5 Tagen nachreifen… Wer weiß, wer weiß… Ansonsten könnte man sie wohl auch backen oder grillen. Allerdings weiß ich nicht, wie sie dann schmecken.

Gegen 16.30Uhr trete ich den Heimweg an die Trude an und werde begleitet, denn einige der Anwesenden interessieren sich für mein WoMo und möchten gerne sehen wie es denn da drinnen ist. Vor allem die Jüngsten der Familie sind hellauf begeistert! Na klar, kein Problem, alle an Bord!

Um 17.00Uhr ist Ruhe im Karton! Zumindest was den Besuch angeht, denn ich sitze gerade gemütlich in der Trude, schreibe an meinem Reisebericht und höre von draußen eine Band die Musik macht. Hört sich echt cool an, nur leider sehe ich gar nicht wo sie steht. Schade. Mit meinem Hörbuch warte ich lieber noch ein bisschen… Und danach möchte ich auch noch mit meinem Lieblingsmensch quatschen. Mal schauen, ob ich heute dann etwas früher den Tag ausklingen lassen…

Morgen geht’s dann weiter mit dem Family-Hopping… *lach* Und ich freu mich wie Bolle drauf!!

 

Tag 27: Sonntag, 27. November 2022

46680 Algemesí vor Ort: 0km

Wie immer läuft alles anders als geplant… *lach*

Gestern Abend habe ich die „Band“ noch zu Gesicht bekommen. Sie sind genau an der Trude vorbei marschiert… Vorne weg die „Falleras“ mit ihren traditionellen Trachten um schon mal „Werbung“ für die „Fallas“ (*unbezahlte Werbung*) am 19. März – San José – zu machen…

Das an sich war ja schön, doch ich weiß nicht, ob sie bis in die Puppen gefeiert haben oder ob noch eine andere Party irgendwo hier in der Nähe statt gefunden hat, auf jeden Fall war es mega laut! Um 22.00Uhr bin ich ins Bett. Um 0.30Uhr bin ich das erste Mal wach, weil ich so laute Stimmen höre, dass ich denke sie stehen bei mir in der Trude. Das zweite Mal gegen 2.00Uhr, das nächste mal um 4.30Uhr, als dann endlich die Kneipe an der Ecke auch schließt. Dann ist endlich Schicht im Schacht und alle Leute verschwinden und es ist leise… Doch kurz darauf folgt das Gebelle von Hunden… *oh man* Hier ist an erholsamen Schlaf nicht zu denken.

Meine Cousine teilte mir gestern noch mit, dass in der Stadtmitte ab 20.00Uhr das Fest „Correfoc“ (*unbezahlte Werbung*) stattfindet. Vielleicht wäre ich mit jemandem zusammen hin gegangen. Doch alleine… mmhhh… Das mit dem Feuer macht mir immer ein bisschen Bauchweh und noch dazu finde ich es ein bisschen spät um dann frühestens gegen 22.00Uhr wieder alleine an die Trude zu laufen. Ich bin im Warmen geblieben und habe meinem Hörbuch gelauscht… Vielleicht beim nächsten Mal…

Um 7.00Uhr also, stehe ich dann fast genau so müde wie am Abend zuvor auf und begrüße den Tag… Schauen wir mal, wie es heute wird, denn heute spielt ja Spanien gegen Deutschland… Ob da an Schlaf zu denken ist??

Um kurz nach 8.00Uhr bin ich fertig und möchte gerade zu meiner Cousine laufen, als mich ein älteres Pärchen – auch aus Deutschland – im WoMo vorne dran anspricht und wir dann doch noch bestimmt eine Viertelstunde lang zusammen quatschen. Sie haben irgendwie eine etwas pessimistische Ansicht von vielen Dingen und ziehen (vielleicht dadurch) das Unglück ein wenig an. Schon vier Mal hätte man ihre Schlösser am WoMo in Frankreich demoliert, ohne dann einzubrechen – was ja doch noch mal Glück gewesen ist. Meine Reise verläuft bis jetzt sehr gut, ich kann mich absolut nicht beschweren! Und… Ich bin immer positiv und optimistisch!! Bei mir ist das Glas immer halbvoll!! Und wer weiß, vielleicht ziehe ich deshalb das Glück an… *freu*

Nach dem Gespräch und dem Tipp von dem Pärchen unbedingt im „El Catllar“ einen Zwischenstopp einzulegen, weil es dort so schön wäre, laufe ich endlich los zu meiner Cousine. Ich brauche fast 40 Minuten bis ich dort ankomme und dann darf ich auch noch in den dritten Stock hochlaufen! *seufz* Da kann man doch nur noch einen „knackigen“ Hintern bekommen, oder?! *lach* Oben – etwas außer Puste – angekommen, bekomme ich die wirklich schöne schnuggelige Wohnung gezeigt und begrüße, drei meiner Neffen, denn von meinem anderen Cousin sind auch die Kinder da, dich ich das letzte Mal von 7 Jahren gesehen habe. Das Mädel habe ich noch gar nicht gekannt uns sie ist schon 6 Jahre alt. Wahnsinn wie die Zeit vergeht! Ich hab mich auf jeden Fall sehr gefreut alle Kids zu sehen.

Nach dem wir eine Weile gequatscht haben, laufen wir alle gemeinsam runter, denn die Kids werden von meinem Cousin wieder abgeholt und so komme ich auch dazu ihn zu begrüßen. Wie schön! Danach geht der Rest von uns einen Kaffee trinken und wir laufen gemeinsam an die Trude, da sie unbedingt mal rein schauen wollen. Meine Cousine wäre am liebsten gleich mit mir verreist… Wer weiß, vielleicht klappt’s beim nächsten Besuch!

 

 

Im Anschluss laufen wir ein paar Meter weiter, an einen kleinen Platz an dem heute der „Gastro-Tag“ stattfindet mit verschiedenen Ständen bei denen man eine kleine Auswahl an Gerichten und Getränken probieren kann – natürlich gegen Entgelt. Ein 5er-Bon kostet 7,00€ – was uns allerdings keiner sagt, ist, dass man zum einen, an den Ständen auch einfach so mit Bargeld bezahlen kann, und dass von den 7,00€, ganze 2,00€ für eine Verlosung drauf gehen, an der Du mit QR-Code etc. dran teilnehmen kannst und evtl. einen Geschenkkorb im Wert von 200,00€ gewinnen kannst… Mal schauen wie viel Glück wir haben! *Daumen drücken* Hätten wir das allerdings vorher gewusst, hätten wir den Bon nicht gekauft. Es ist nicht wirklich gut organisiert und nicht nur wir regen uns ein wenig darüber auf. Leider.

 

 

Am ersten Stand will der Herr gleich alle fünf Bons um uns einen Teller mit verschiedenen Käse- und Salami-Sorten anzubieten. Wir lehnen dankend ab und sehen uns erst einmal weiter um. Letztendlich entscheiden wir uns für ein „Mini-Bao-Brötchen mit gebratenem Fleisch“ (auf dem Foto ganz links) und einem „Mini-Taco gefüllt mir einer Hähnchen-Paste“ (auf dem Foto unten in der Mitte) für jeweils 2,00€ inkl. der gewünschten Barbecue-Sauce, die wir dann in bar bezahlen, an dem „Tabick-Lounge-Stand“ (*unbezahlte Werbung*). Das Bao schmeckt wohl sehr gut, mein Taco ist ein bisschen fad und geschmacklos – nur die etwas scharfe Barbecue-Sauce – ist gut raus zu schmecken…

 

 

Am nächsten Stand, gibt’s einen Narancello (*unbezahlte Werbung*) in „Chupito“-Form, also einen „Kurzen“. Meine Cousine möchte gerne die cremige Version davon probieren und ich den Likör. *Chin-Chin* und runter damit. Gar nicht schlecht das Zeug… *lach* Und da man auf einem Bein nicht stehen kann, bekommen wir gleich noch einen zweiten ausgegeben, damit wir jeweils die andere Version probieren können. Einstimmig entscheiden wir, dass uns die erste Version besser schmeckt und da wir jeweils eine Flasche davon mitnehmen, bekommen wir die Chupitos geschenkt. *freu*

 

 

Zwischendurch rennt mein Neffe immer wieder von einem „Kinder-Stand“ zum nächsten… Hüpfburgen, Schoko-Lolly selbst „gießen“, Magnete und Kochhut basteln und noch vieles mehr! Für die Kids ist bestens gesorgt…

 

 

Am Stand von Granny (*unbezahlte Werbung*) lernen wir Emilio und Vicente kennen – die Betreiber des Standes – und trinken einen „Granizado de Melón“ – also Halbgefrorenes mit Melonengeschmack – und für uns mit einem Schuss Rum. *lach* Ruck-zuck sind wir weitere 5,00€ los. Doch es lohnt sich, denn es schmeckt echt gut und das Glas ist bis oben hin gefüllt! *lach* Letztendlich müssen wir es sogar in zwei Becher aufteilen, damit uns nicht alles überläuft als es anfängt zu schmelzen…

 

 

Jetzt wird es wirklich Zeit, dass wir uns etwas zum Essen holen und nach langem überlegen, landen wir doch am Käse-Salami-Stand und stellen mit Entsetzen fest, dass jetzt die Schlange echt lang ist. Vorhin war so gut wie nichts los… *ahh* Wir warten noch ein Weilchen – in der Hoffnung, dass es gleich besser wird… – und was soll ich sagen, die Schlange wird noch länger… *seufz* Wir stellen uns an, wird schon nicht so lange dauern. Weit gefehlt! Der Herr steht alleine da, hat keine besondere Lust drauf und braucht eine Ewigkeit – noch dazu quatscht er ständig mit Hinz und Kunz… Wir stehen bestimmt über eine Stunde im Schatten an und sind schon halb erfroren. Ich habe Füße wie Eisklötze… Doch alles andere was es zu Essen gibt, sieht nicht ganz so prickelnd aus und die Auswahl ist auch nicht besonders groß… Noch dazu sind die anderen „Warteschlangen“ auch ewig lang und es scheint auch nicht viel schneller zu gehen.

 

 

Nach dem wir also den Teller mit Käse und Salami vernaschen und sich mein Neffe genug austobt – es ist mittlerweile 15.00Uhr -, verabschieden wir uns und sie laufen wieder nach Hause um etwas zu Mittag zu essen und ich laufe erst einmal in die Trude. Mir ist kalt vom vielen Rumstehen und ich möchte mich etwas aufwärmen.

Irgendwann ist mir doch langweilig und ich laufe nochmals rüber auf das Fest – ist nur ein Block von mir entfernt… Ich lasse mich bezüglich der Reissorten (*unbezahlte Werbung*) aus der Region beraten… Trage mich per eMail-Liste für weitere Infos zu einem Reis-Koch-Kurs ein – wer weiß, vielleicht bin ich da ja gerade in Spanien… Probiere Thymian- und Orangenblütenhonig… Kaufe ein Gläschen Orangenblütenhonig und Honigbonbons ein… Gönne mir einen Kaffee… Genieße noch ein paar Sonnenstrahlen… Und lasse es mir einfach gut gehen!!

 

 

Es ist kaum noch etwas los. Die meisten Leute sind schon wieder nach Hause gegangen. Entweder zum Mittagessen, für die Siesta oder bereiten sich schon mal für das heutige Fußballspiel „Spanien gegen Deutschland“ vor. Ich schaue noch mal am Stand von Vicente und Emilio vorbei und sie laden mich spontan zu einem Teller Paella ein, da sie auch gerade etwas essen wollen. Die Paella ist leider schon super kalt, doch eine nette Geste ist es trotzdem. Vicente ist unterwegs mit den Organisatoren quatschen und Emilio erzählt mir einige Anekdoten von seinem Leben als er eine Zeit lang in England war. Es ist echt lustig und ich lache viel. Er könnte glatt ein Buch darüber schreiben. Zum „Nachtisch“ gibt’s dann noch einen Mojito aufs Haus… Gegen 17.00Uhr ist alles vorbei, obwohl das Fest bis 21.00Uhr gehen sollte. Doch, wie gesagt, heute Abend ist Fußball und noch dazu ist Sonntag! Ich bedanke mich nochmals bei den Jungs und trete den mini-kurzen Heimweg zur Trude an. Hier mach ich mir gleich mal die Heizung an, denn es ist wesentlich kälter als bei meinen Eltern in Cullera. Das habe ich gestern schon bemerkt. Ich telefoniere mit meinem Lieblingsmensch und mache meine Blogeinträge.

Jetzt werde ich den Abend gemütlich ausklingen lassen, noch eine Kleinigkeit essen, mein Hörbuch anmachen und wahrscheinlich früh schlafen gehen… – Es sei denn, der Fußball verhindert es…

Der restliche Besuch bei der Family ist ins Wasser gefallen… Sorry Ihr Lieben! Doch mir war nicht mehr nach laufen zumute nach den zwei Mojitos und zwei Chupitos… *lach* Doch ich komme ja wieder! Versprochen!! *knutsch*

 

Tag 28: Montag, 28. November 2022

46680 Algemesí – 12600 La Vall d’Uixó: 111km

Gestern Abend hatte ich wieder ein kleines Konzert vor meiner Haustür… – und das um 23.00Uhr, nachdem ich schon eine Stunde geschlafen habe. Drei Teenies dachten sie müssten ihre Namen ganz nach Montessori-Art (*unbezahlte Werbung*) tanzen. Die eine hat einen Buchstaben laut gerufen, die andere hat ihn getanzt und der Junge hat in sein Handy geschaut, Musik dazu angemacht und auf den Hund gut eingeredet, damit er endlich sein Geschäft macht. *oh man* Eine gute halbe Stunde ging das… Und wieder: „Tanz mir ein M!“ „Tanz mir ein A!“ „Tanz mir ein R!“ „Tanz mit ein I!“ „Tanz mir ein A!“ „yeahhhh! – MARIA… und jetzt meinen Namen…“ OH NEIN!! Bitte aufhören!! *lach* Aber keine Chance!! Irgendwann war dann wohl der Hund doch fertig und sie sind gegangen. Danach konnte ich endlich wieder schlafen!

Heute Morgen stehe ich wieder recht pünktlich auf und da es kalt ist, mache ich die Heizung an. Allerdings springt sie nach nur einer Minute auf Rot um. Oh je… oder… Gott sei Dank… die Gasflasche ist endlich leer und ich kann Ersatz holen. Dachte schon sie hebt ewig.

Nun gut, in der kalten Trude ziehe ich mich schnell an, räume alles auf, fahre einmal im Quadrat und stelle mich an die Zapfsäule damit ich nicht so weit mit meiner Gießkanne laufen muss. Viermal laufen reicht und der Wassertank zeigt Dreiviertel voll an. So viel Wasser habe ich wohl die letzten Tage doch nicht verbraucht – war ja kaum zu Hause… *lach*

An der Kneipe neben an erkundige ich mich, wo denn die nächste Tankstelle ist, damit ich die neue Gasflasche kaufen kann. Nach einer kurzen Erklärung finde ich ein Stück vor dem Bahnhof eine Tankstelle. Die Dame vor Ort erklärt mir allerdings, dass sie nur noch Cepsa- (*unbezahlte Werbung*) führen und keine Repsol-Flaschen (*unbezahlte Werbung*), die ich allerdings brauche. Sie sagt auch, dass seit über einem Jahr in ganz Algemesí keine einzige Tankstelle diese mehr führt.

Mein Onkel rät mir allerdings dazu am anderen Ende der Stadt noch mal zu schauen, dort gibt es sie meistens. Doch auch dort sagt man mir das gleiche und verweist mich auf eine Repsol-Tankstelle (*unbezahlte Werbung*) – allerdings ein paar Kilometer außerhalb der Stadt. Egal! Hauptsache ich bekomme die Gasflasche getauscht und muss nicht weiter suchen!! 

An der Tankstelle hilft mir die nette Dame die Propan-Gasflasche zu wechseln, allerdings bekommen wir erst das rosa Plastik-Käppchen nicht von der Flasche ab und dann den Anschluss irgendwie nicht richtig drauf gedrückt. Ein weiterer Kunde hilft uns dann. Er dreht den Hahn zu statt auf, lässt es klicken und fertig. Jetzt nur noch aufdrehen bis es zischt… und nach mehreren Versuchen läuft dann auch wieder der Herd und die Heizung – der Kühlschrank leider immer noch nicht…

Jetzt fehlt nur noch die Flasche fest machen. Doch dabei bricht mir ein Plastikteilchen am Verschluss ab und somit kann ich die Flasche nicht mehr befestigen. *oh man* Da fängt der Tag ja gut an! Was jetzt? Ich habe schon vorher meinen Lieblingsmensch angerufen, weil ich am Verzweifeln bin, weil die Heizung einfach nicht mehr brummen will, trotz neuer Gasflasche und jetzt muss ich ihn gleich nochmal anrufen…

Gott sei Dank, geht er immer gleich dran, weiß immer einen Rat und behält einen kühlen Kopf! Ich bin da jedes Mal schon durch mit meinen Nerven. Zum einen sagt er, ich soll nicht an der Heizung prüfen, ob das Gas funktioniert, sondern am Herd. Gesagt, getan und es läuft. Und zum anderen beruhigt er mich und sagt mir, dass hinten drin im Werkzeugkasten in der Garage ein weiterer Spanngurt liegt… Er sagt mir auch wie ich ihn am besten befestigt bekomme ohne die Gasflasche wieder abmachen und raus nehmen zu müssen und ich laufe schon mal zur netten Dame um zu schauen, ob sie einen Tacker für mich hat! Ich befestige also die zwei Gurte an den Stellen ohne Verschluss aneinander und ziehe vorsichtig den alten Gurt aus der Befestigung raus und gleichzeitig den Neuen rein. Na also, läuft!! Zumindest eine Sache – ohne weitere Zwischenfälle und da der Verschluss dieses Mal aus Metall ist, sollte jetzt auch nichts mehr abbrechen. 

Endlich ist das Problem gelöst! Auch wenn ich jetzt fix und fertig bin! Für die Gasflasche zahle ich 16,80€ und werde gefragt, ob ich nicht den Schäferhund adoptieren möchte, der hier immer seine Runden dreht, obwohl er einen Besitzer hat. Ich verneine es, obwohl ich ja schon gerne einen Hund hätte… Doch er hat ja einen Besitzer! *lach* Darauf hin erzählt sie mir, dass sie hinten ein paar Babykatzen hat und dafür auch Adoptiveltern sucht. Ca. sechs Monate sind sie alt und sie kann sie nicht raus lassen, weil der Hund da rum lungert… Ich gerate kurz in Versuchung, sage dann aber doch ab. *lach*

Eine ganze Stunde ist mit Tankstelle suchen und Gasflasche wechseln drauf gegangen. Es ist schon 10.00Uhr und ich kann jetzt endlich meine Fahrt nach La Vall d’Uixó starten. Gegen kurz nach 11.00Uhr bin ich dann auch da, denn ich bin Autobahn gefahren… Wollte nämlich nicht wieder Mitten durch Valencia geschickt werden! Das ist echt anstrengend und für heute hatte ich theoretisch schon genug Action…

Dort angekommen steht die Trude zwar gerade – was vorne und hinten betrifft, allerdings könnte ich heute Nacht ein wenig in Richtung Toilette rollen… *lach* Doch zum einen gibt’s keinen besseren Parkplatz, denn dass ist der letzte freie Platz, und zum anderen trau ich mich nicht auf die Keile – also muss es so irgendwie gehen und ganz so schlimm ist es ja doch nicht. Ich richte mich ein, packe mir den Müll, den ich heute noch nicht entsorgt habe, laufe an den Mülleimern vorbei und dann an die Touri-Info, die hier um die Ecke ist. Dort bekomme ich gleich einen Wanderplan und weitere Infos zur Altstadt und zu dem unterirdischem Fluss „Coves de Sant Josep“ (*unbezahlte Werbung*).

 

 

An den „Coves de Sant Josep“ angekommen, bekomme ich noch ein Ticket für um 13.00Uhr. Habe also noch fast eine Stunde Zeit. Ganz in der Nähe soll es eine kleine Kirche, eine Ausgrabungsstätte und einen schönen Aussichtspunkt geben. Okay… Es sollen auch nur ein paar Stufen bis da oben sein… Die paar Stufen sind ganze 150 Stück!! Ahhh!! Meine armen Beine!!

Es sieht hier allerdings wirklich schön aus. Die Kirche ist leider zu. Doch die Aussicht ist wirklich schön. Ich mache ein paar schöne Fotos und laufe wieder runter.

 

 

Kaum unten angekommen, werde ich in die Höhle und zu den Booten gebeten. Sie haben noch einen Platz frei und da ich alleine reise, passt das prima. So komme ich schon um 12.30Uhr zu meinem Genuss. Die Bootsfahrt ist klasse. Es ist schon ein sehr wackeliges Abenteuer überhaupt ins Boot zu kommen ohne das wir entern. *lach* Ständig heißt es, guck mal hier, guck mal dort, doch vor allem guck nach vorne und zieh den Kopf ein!! An manchen Stellen ist es in der Tat sehr, sehr eng! Normalerweise habe ich in engen Räumen immer Platzangst, doch anscheinen nicht, wenn es Naturphänomene sind…

Nach einer kurzen Fahrt dürfen wir alle wieder aus dem Boot steigen und ein Stück der Strecke zu Fuß hinter uns bringen. Leider dürfen hier keine Fotos gemacht werden und ich halte mich an die Vorschriften. Am anderen Ende werden wir wieder eingesammelt und die Fahrt zurück beginnt.

Der Fluss ist zum Teil zwischen einem halben Meter und elf Meter tief. Wenn es zu arg regnet, wie z.B. letztes Frühjahr, steigt das Wasser in den Höhlen bis zu zwei Meter an und die Höhlen müssen geschlossen werden. Das Wasser im Fluss ist Süßwasser und es leben wohl einige durchsichtige Albino-Krabben darin. Als krönenden Abschluss gibt es ein paar Minuten lang eine Lichter- und Musik-Show in der Höhle. Ich erschrecke so sehr als es ohne Vorwarnung und von jetzt auf gleich stockfinster wird, dass ich mich am liebsten am Bein vom Nachbarn festkrallen würde. Doch stattdessen halte ich mich selbst fest… *seufz*

Vor etlichen Jahren gab es hier auch sehr viele Fledermäuse, wie uns erzählt wird, doch durch die vielen Besuche haben sie sich jetzt einen anderen Platz gesucht und die Szene wird nur noch nachgestellt. Den Ursprung der Quelle hat man bis jetzt noch nicht gefunden und nach dem offiziellen Besucherteil erstreckt sich ein weiterer Teil von 2,6km Länge, was allerdings nur für erfahrene Taucher frei gegeben ist und auch noch weiter erforscht wird. Ich finde es sehr interessant und einige Bilder dürfen wir dann doch noch schießen…

 

 

Eins von mir gibt’s am Höhleneingang dann auch noch dazu, auch wenn es nicht ganz billig ist… 6,00€ zahle ich für das Foto und 14,00€ für den Eintritt.

 

 

Übrigens, in dem Teil der nicht fotografiert werden darf, gibt es sehr viele Stalaktiten die über elf Meter lang und mindestens 30.000 Jahre alt sind. Ein Stalaktit braucht ca. 100 Jahre um 1cm zu wachsen. Wahnsinn!! Überhaupt ist de schönere Teil des Ganzen das Stück, was nicht fotografiert werden darf…

 

 

Danach entscheide ich mich, nicht erst wieder an die Trude zu gehen, sondern gleich die Wanderung in Angriff zu nehmen, die verschiedene Ruinen vom spanischen Bürgerkrieg aufzeigt. Zur Auswahl stehen zwei Wanderrouten… Ich laufe los und kann mich ja im Nachhinein noch entscheiden, ob ich „nur“ die Route 1 oder die Route 1 + 2 in Angriff nehme – Route 2 ist nämlich eine Art Verlängerung der Route 1.

 

 

Es fängt zwar bergauf aber doch recht gemütlich und auf ebenen Wegen an. Doch dann… Wie können die das hier einen Wanderweg nennen?? Das sind Steine, Geröll, Felsen, noch mehr Steine und noch mehr Geröll, tausende Büsche die den Weg versperren und so weiter… Doch einen richtigen Wanderweg kann ich hier nicht sehen!! Oder bin ich von Deutschland nur zu sehr verwöhnt?? Jedes Mal denke ich, dass es nicht mehr weiter geht oder ich mich verlaufen habe und dann taucht doch jedes Mal – Gott sei Dank – ein Schild auf, das ich richtig bin!!

 

 

Ein paar Mal muss ich echt aufpassen um nicht auszurutschen oder mir gar den Fuß zu verknacksen oder zu verstauchen. Zwischendurch komme ich echt an meine Grenzen, doch wenn Du schon länger hier mitliest, dann weißt Du, dass umdrehen für mich nur in Ausnahmefällen eine Option ist. Ich beiße also die Zähne zusammen und laufe weiter – allerdings spare ich mir die Route 2!! Mit der Route 1 habe ich schon mehr als genug zu tun und dabei steht da für Anfänger dran… Okay… *lach* Bin ich vielleicht doch ein Weichei… *seufz*

In etwa Mitten auf der Strecke finde ich dann tatsächlich einen Schützengraben und steige selbstverständlich auch rein. *lach* Hab ja noch nicht genug Abenteuer… *Augenroll* Allerdings schieße ich hier nur ein paar Bilder! Ist aber schon ein komisches Gefühl, wenn Du weißt, dass hier wirklich mal Soldaten in voller Montur gestanden haben…

 

 

Unten angekommen wird es wieder besser, denn das letzte Stück führt mich durch eine Art Wald an dem es viele Schilder mit den Beschriftungen der einzelnen Bäume gibt. Und dann… Dann sehe ich endlich die Trude wieder!! Juhuu!! Ich habe nämlich Durst und Hunger! Habe nämlich nur eine mini kleine Flasche Wasser mitgenommen und der Weg hat sich doch ganz schön gezogen. Ich dachte, ich wäre schneller…

 

 

Jetzt wird schnell was gegessen und getrunken, denn ich möchte noch die Altstadt sehen! Es ist zwar ein Stück zu laufen, doch ich hab ja Zeit… Es ist erst 15.00Uhr und sooo weit wird es doch nicht sein… Oder?!

Ich laufe los und an der „Bogen-Brücke“ treffe ich zwei ältere Herrschaften, die ich nach dem Weg frage. Die Dame steht einfach auf und sagt zu mir: „Komm mein Kind, begleite mich, ich zeige Dir mal eine schöne Kapelle!“ Und schon laufen wir los. Sie erzählt mir von sich und ihren Kindern und dass in dem alten Teil der Stadt auch nur noch alte Menschen leben und es hier fast wie ausgestorben ist – ganz anders im jungen und modernen Teil der Stadt. Sie läuft sogar zur Nachbarin und holt den Schlüssel für die Kapelle damit ich sie auch von Innen fotografieren kann. Ist das nicht lieb! Sie erzählt mir, dass sie sich hier jeden Tag mit ihren Freundinnen trifft – die „Alten“ – wie sie so schön sagt, die mindestens genauso alt sind wie sie – um den Rosenkranz zu beten. Jeden Tag!!

 

 

Ich bedanke mich recht herzlich bei ihr und laufe dann weiter um noch anderes zu entdecken. Den Plan von der Touri-Info habe ich allerdings in der Trude vergessen und daher verläuft der Nachmittag insgesamt ein wenig planlos. Ich entdecke noch eine Kirche, das Rathaus und trinke um die Ecke einen Kaffee, weil ich auch noch ganz dringen wo hin muss…

 

 

Kaufe dann im nahegelegenen Mercadona (*unbezahlte Werbung*) noch ein wenig fürs Abendessen ein und obwohl ich schon fix und fertig bin, laufe ich noch bis zur nächsten Kirche. Leider sind alle Kirchen zu.

 

 

Ich kann nicht mehr! Der Rucksack und die Tasche sind schwer und ich habe noch mindestens 45 Minuten Fußweg vor mir! Oh je! Heute habe ich mich wirklich übernommen! Bergauf und bergab geht es in der Altstadt weiter, immer einen Fuß vor den anderen setzen und um Viertel vor Sechs komme ich endlich an der Trude fix und fertig und halb verfroren wieder an. Insgesamt bin ich heute 11,5km gelaufen.

 

 

Unterwegs sind mir noch zwei Kuriositäten aufgefallen. Zum einen haben in der einen Straße alle Häuser zwei Hausnummern – allerdings konnte ich nicht raus finden warum. Und zum anderen stehen an vielen Häusern mit Wasser gefüllten Flaschen an den Ecken. Hier habe ich rausgefunden, dass sie das machen, damit die Hunde nicht an die Hauswände pinkeln können… Na dann…

 

 

Bei der Wanderung habe ich meine Jeansjacke noch dabei und danach habe ich sie in der Trude gelassen. Die Retourkutsche habe ich jetzt davon, denn seit dem habe ich auf der linken Seite heftige Halsschmerzen und mein linker Lymphknoten ist ein bisschen angeschwollen. Das Schlimme allerdings ist, dass ich vergessen habe frischen Ingwer zu kaufen. So ein Mist! Hoffentlich hilft Honig alleine auch schon ein wenig! Ich werde mich nachher auf jeden Fall gut einpacken und mir beide Wärmflaschen machen. Bin sogar am Überlegen, ob ich eine Schmerztablette nehmen soll und ob ich die Heizung auf niedriger Stellung laufen lassen soll damit es Morgen früh nicht wieder so eiskalt ist. Na mal schauen, wie ich mich bei beidem nachher entscheide… Ich muss es echt langsamer angehen lassen!! Ich habe es heute definitiv übertrieben! Normalerweise bin ich spätestens um 16.30Uhr wieder an der Trude… *seufz*

Der Platz hier ist übrigens randvoll mit Wohnmobilen, doch im Moment scheint es ruhig zu sein. Hoffen wir mal, dass es so bleibt und ich heute gut schlafen kann, dass ich Morgen früh wieder fit bin. Das nächste Ziel habe ich schon rausgesucht… Jetzt telefoniere ich noch mit meinem Lieblingsmensch und mach mich gleich Bettfertig, denn es ist mittlerweile schon 21.00Uhr! Gute Nacht und…

 

Tag 29: Dienstag, 29. November 2022

12600 La Vall d’Uixó – 12520 Nules: 20km

OMG! Was für eine schreckliche Nacht und dabei waren die Nachbarn alle ruhig…

Um 21.30Uhr bin ich mit zwei Wärmflaschen ins Bett gegangen. So weit so gut. Schlafe auch gut und schnell ein. Doch dann geht es los mit dem Frieren und den Schmerzen…

Um 0.00Uhr stehe ich das erste Mal auf und rühre mir eine Aspirin-Complex (*unbezahlte Werbung*) in ein halbes Glas Wasser ein. Das Einrühren geht ja noch – irgendwie, doch das Trinken erweist sich als eine große Herausforderung! Nicht etwas weil mein Hals so weh tut, sondern weil ich so heftig zittere, dass ich den Inhalt fast verschütte statt ihn in meinen Mund zu bekommen. Ist gar nicht so einfach. Gleich mal ausnutzen, noch schnell einen kurzen Stopp auf Toilette UND die Heizung auf 15 Grad stellen, damit die Temperatur ja nicht drunter geht. Ab ins Bett und gleich noch die zwei Felle über mich schmeißen, denn ich friere ohne Ende.

3.30Uhr: Ich liege seit einer Stunde im Bett und kann mich nicht einmal umdrehen, weil mir so kalt ist und jede Bewegung weh tut… Irgendwie zwinge ich mich doch wieder raus, trinke ein Glas Wasser und nehme eine Ibu (*unbezahlte Werbung*) ein, denn das andere Mittelchen hilft nicht gegen meine Bein-, Rücken- und Lendenschmerzen. Stelle die Heizung auf 20 Grad und wieder ins Bett!

4.30Uhr: Bin schon wieder wach, jetzt weil ich meine Mütze zum Schlafen „verloren“ habe. Will sie wieder aufsetzen, doch die ist pitschnass vom vielen Schwitzen. Kurzerhand drehe ich sie einfach mal auf links und ziehe sie wieder an, denn wenn mein Kopf kalt ist, kann ich nicht mehr schlafen und so geht’s einigermaßen. 

7.00Uhr: Ich stehe auf und drehe die Heizung komplett auf! Mir ist sooo kalt und noch dazu bin ich pitschnass geschwitzt. Als erstes gebe ich mir nochmal die volle Dröhnung damit ich heute überhaupt funktioniere. Lüfte ordentlich das Bett, zieh mich warm an und räume sonst noch alles auf. Gespült habe ich gestern Abend nämlich auch nicht mehr.

Um 9.30Uhr fahre ich los – theoretisch in Richtung Peñíscola – doch ich bin noch keine fünf Minuten gefahren als ich mich um entscheide und nach Nules fahre, was nur 20km und 20 Minuten entfernt liegt. Mir ist irgendwie heute nicht nach längerer Autofahrt. Kann mich kaum konzentrieren…

In Nules laufe ich gleich mal an den Strand, denn dieser Ausblick heitert mich meistens auf.

 

 

Nach einem mini-kurzen Strandspaziergang über ganz viele Steine sitze ich schon wieder in der Trude. Theoretisch will ich gerne mein Hörbuch weiterverfolgen, doch nach ein paar Minuten weiß ich schon nicht mehr wer, wann, wo und wen getroffen hat. Heute passt das beim meinem Kopf irgendwie nicht mit dem Hörbuch.

Um die Mittagszeit, gehe ich nochmals an den Strand und nehme sogar meine Yoga-Matte mit, weil ich mich dort ein bisschen in die Sonne legen möchte. Doch irgendwie läuft hier eine komische Gestalt rum. Also Yoga-Matte wieder einpacken und zurück an die Trude laufen. Die komische Gestalt zieht dann auch gleich weiter und alles ist gut. Problem gelöst!

Also alles wieder abladen und die Sonne ausnutzen. Auch wenn es mir nicht sooo gut geht, sollte ich mich ein klein wenig bewegen. Ich laufe ums Quadrat und entdecke dies… Eine Art See und alle Enten kommen aus dem Wasser raus und zu mir gewatschelt. Sie denken wohl, dass ich etwas zum Essen dabei habe. Dem ist nur leider nicht so. *sorry!*

 

 

Es ist gerade so herrlich, dass ich nochmals einen kleinen Abstecher an den Strand mache, ein paar Muscheln und Schnecke sammle und ein paar wunderschöne Steine entdecke.

 

 

Jetzt wird’s Zeit, dass ich an die Trude komme. Ich fühle mich wieder absolut schwach, friere, habe Schmerzen… Das volle Programm eben. Die Temperatur fängt auch noch an ein wenig zu steigen – also meine Temperatur… *oh man* Der nächste Cocktail wartet schon. Eigentlich bin ich kein Freund von Tabletten, doch wenn es mir so sch… geht, dann nehme ich sie freiwillig. Ja, manchmal geht’s nicht anders.

Den Rest des Nachmittages verbringe ich in der Trude. Ich schreibe Reisebericht – viel langsamer als sonst…, telefoniere mit meinen Lieblingsmenschen und lass ich ein wenig von ihnen aufmuntern, backe mir sogar ein paar Maronen, die ich mir gestern gekauft habe und stelle meine Fundstücke ins Wasser. Zum Abendessen gibt’s wahrscheinlich die Reste von gestern, so muss ich nicht wieder kochen… *lach*

 

 

Viel mehr wird heute auch nicht mehr passieren. Vielleicht doch noch mal mit dem Hörbuch durchstarten,… Auf jeden Fall heute früh ins Bett gehen, mich Einmurmeln und hoffen, dass Morgen der ganze Spuk wieder vorbei ist… Er kam ganz schnell, also darf er auch ganz schnell wieder gehen! *bitte, bitte* Ist echt nicht schön, wenn man unterwegs krank wird. Bin allerdings echt froh, dass ich die Sprache beherrsche und mir notfalls weiterhelfen kann.

Im Moment muss ich gestehen, bin ich am überlegen, ob ich meine Reise in die entgegengesetzte Richtung weiterführen soll und wieder bei meinen Eltern vorbei schaue, bis ich mich auskuriert habe. Sind von hier aus nur 111km und 1 Stunde 15 Minuten Fahrt. Wäre machbar nach einem „Cocktail“ und vielleicht mit mehreren Pausen… Aber erst einmal abwarten wie die Nacht wird und Morgen früh entscheide ich dann spontan. Drück mir die Daumen, dass es bald wieder rum ist!

 

Tag 30: Mittwoch, 30. November 2022

12520 Nules – 46400 Cullera: 122km

Was soll ich sagen, die letzte Nacht war bescheiden… Doch immerhin besser als die Nacht davor. Um 20.00Uhr liege ich mit leicht erhöhter Temperatur (38,2°C) bereits im Bett und werde nur einmal wach. Und selbst da brauche ich erstmal keine weiteren Schmerzmittel. Doch um 5.35Uhr bin ich hellwach und kann einfach nicht mehr liegen bleiben. Ich stehe also auf, mach mich fertig und fange an aufzuräumen. Um kurz vor sieben bin ich mit allem schon fertig und könnte theoretisch los fahren. Leider nur theoretisch, denn die Trude ist nur im Tagesmodus zu fahren. *lach* Wenn es dunkel ist, erkennt man den Tacho und alles weitere am Armaturenbrett nicht wirklich gut. 

Um 7.30Uhr halte ich es nicht länger aus und fahre los und zwar wieder zurück zu meinen Eltern. Den Tacho kann ich mittlerweile einigermaßen erkennen. Ich bin fix und alle und genehmige mir erst noch eine Aspirin-Complex (*unbezahlte Werbung*), die auch gleich wirkt. Was auch gut so ist, denn Berta – mein Navi – hat nichts besseres zu tun als mich wieder durch die Orangenhaine durch zu schicken. Manche Herrschaften winken mir fröhlich zu, doch andere schütteln nur den Kopf! Ich kann nichts dafür! Das ist die Berta!! An einer Stelle an der wiedermal nur die Trude durch passt, muss ein netter Herr sogar rückwärts in einen Acker fahren, damit ich durchkomme. Letztendlich schickt mich Berta durch die unmöglichsten Wege um entweder 2 Minuten oder 2 Kilometer einzusparen, bevor wir auf die Autobahn fahren. Danach verläuft die Fahrt recht ruhig.

In Cullera angekommen, muss ich allerdings gleich tanken, denn Trude hat Durst. Ganze 60 Liter vertilgt sie einfach mal so…

Am Stellplatz richte ich mich ein und bemerke leider erst jetzt, dass ich mein Treppchen wohl heute Morgen in Nules habe stehen lassen… Oh NEIN! *seufz* Gott sei Dank bin ich nicht auch noch drüber gefahren – denke ich zumindest… Das hätte ich bestimmt gemerkt, oder?! Jetzt darf sich jemand anderes über ein schickes Treppchen freuen und ich muss mir nachher ein neues kaufen. *seufz*

Meine Mama macht sich schon Sorgen, weil sie anruft und ich nicht dran gehe – doch während der Autofahrt ist halt einfach schlecht. Doch jetzt rufe ich sie an, sag Bescheid, dass ich da bin und bestelle mir „Sopa del Abuelo“ (Opa’s-Suppe) – was nicht anderes als Hühnerbrühe mit Hähnchenfleisch und gekochtem Ei ist. Theoretisch kommen noch Nudeln dazu, doch ich mag sie lieber als Trink-Version ohne Nudeln.

Eine halbe Stunde später bin ich auch schon dort. Werde gleich mal warm eingepackt mit Bademantel, Decke und Mütze, werde ich den Schaukelstuhl gesetzt und verbringe den Vormittag mit „Castle“ (*unbezahlte Werbung*) und trinke mein Süppchen.

Nach dem Mittagessen geht es mir so schlecht, dass ich entscheide, zum einen nochmal an der Trude vorbei zu schauen und etwas einzunehmen und zum anderen in der Trude gleich meine Krankenversicherungskarte mitzunehmen und beim Arzt vorbei zu schauen. Um 15.15Uhr sind wir dort und eine gute Stunde später – trotz Wartezeit – auch schon wieder draußen.

 

 

Nein, ganz so lange mussten wir nicht warten… Ich habe eine ordentliche eitrige Angina und darf jetzt sieben Tage lang Antibiotika nehmen. *seufz* Ich habe es geahnt, dass sich so etwas anbahnt! Bin froh, dass ich heute noch hingegangen bin, denn sonst wären Morgen gleich auch noch die Ohren betroffen, wie ich mich kenne – die Nase ist jetzt schon zu… Doch mit dem Antibiotika sollte es schnell besser werden. Der Arzt ist sehr freundlich und erklärt mir alles ausführlich. Er freut sich wohl, dass ich trotz deutschem Namen so gut spanisch spreche…

Danach laufen wir in die Apotheke, nutzen es aus und laufen dafür am Strand entlang. In der Apotheke bekomme ich ausdrücklich gesagt, dass ich Aspririn-Complex (*unbezahlte Werbung*) keinesfalls mit Ibuprofen (*unbezahlte Werbung*) mischen soll. Ups… Das habe ich gestern den ganzen Tag gemacht… *seufz* Warum hab ich allerdings nicht wirklich mitbekommen. Und das man Ibuprofen (*unbezaholte Werbung*) nicht auf nüchternen Magen nehmen soll. Okay, okay,… 6,10€ bin ich für zwei Medikamente los.

 

 

Beim „Chino“ schauen wir auch noch vorbei und ich kaufe mir ein neues Treppchen – ganze 8,00€ werde ich dafür gleich los – und das nur wegen ein bisschen Unachtsamkeit heute Morgen…

 

 

Und dann geht es auch schon wieder an schönen Weihnachtslichtern vorbei in Richtung Trude, wobei ich mir vorher noch den Rest der Suppe abhole. Heute Abend gibt’s also Suppe, sowie eine Vitamin-Bombe bestehend aus einem grünen Salat, den Mandarinen, die ich von meiner Cousine am Sonntag geschenkt bekommen habe, und einem Granatapfel. Und frischen Ingwer habe ich mir auch noch gekauft. Wäre doch gelacht, wenn ich dieses doofe Aua nicht in den Griff bekomme!! Ahhh!! Wie war das nochmal gleich mit Pläne machen… *seufz*

Druckversion | Sitemap
(C) Copyright 2015-2023 Susana Stier | www.susana-stier.de | smile(at)susana-stier.de | +49 176 70045511 Impressum & Datenschutz

Anrufen

E-Mail