Überwinterung Teil VII - Dezember 2022

Tag 31: Donnerstag, 01. Dezember 2022

46400 Cullera vor Ort: 0km

 

Ich glaube, ich hatte letzte Nacht eine Pool-Party und weiß gar nichts davon... Um 21.30Uhr bin ich ins Bett und da ich gerade nicht gefroren habe, habe ich mir auch keine Wärmflasche gemacht. Großer Fehler! Passiert mir heute nicht noch einmal. Gegen 02.00Uhr bin ich wieder wach, nehme eine Schmerz-Tablette, hole die Fälle weil ich so sehr friere und husche wieder ins Bett. Ich schlafe recht unruhig und wache heute Morgen um 06.30Uhr pitschnass - und zwar wirklich, so richtig nass - auf. Der Schlafanzug fühlt sich an, als ob er frisch gewaschen aus der Maschine kommt - nur riecht er nicht wirklich so gut. Ich muss ohne Ende geschwitzt haben, denn alles ist feucht. Igitt! Das Bett mur ich aufgedeckt trocknen lassen, denn heute habe ich zum einen noch nicht die Kraft um die Bettwäsche zu wechseln und zum anderen bin ich mit meinem Krankenlager ja noch nicht fertig! Stehe ja noch am Anfang meiner Antibiotika-Therapie und noch hat sie nicht so wirklich angeschlagen. Doch ich gebe die Hoffnund nicht auf, dass es von Tag zu Tag besser wird.

 

Gegen 08.00Uhr fängt es auf einmal an zu regnen und zwar wie aus Kübeln. Jetzt verlasse ich auf keinen Fall die Trude! Oh nein, die Lektion habe ich beim letzten Besuch schon gelernt. Um 10.30Uhr ist der erste Spuk dann schon vorbei und es tröpfelt nur noch. Trotzdem packe ich für heute meine Wanderschuhe wieder aus, damit ich keine nassen füße bekomme. Vollgepackt mit dem Rest der schmutzigen Wäsche watschle ich zu meinen Eltern - von laufen ist heute nicht die Rede. Ich bin echt k.o. und selbst der Rucksack in dem nur mein Laptop drin ist, scheint fünf Tonnen zu wiegen.

 

Trotz allem begleite ich meine Mama dann zur Post und zum Arzt um einige Unterlagen abzuholen. Ein bisschen frische Luft tut ja immer gut. Mittendrin fängt es natürlich wieder an zu regnen. Bin ich froh, dass ich sowohl meine Kappe, als auch meine dicke Jacke und meinen Schirm dabei habe. Als wir wieder zu Hause ankommen tropft alles regelrecht - die Schirme, die Taschen, die Jacken - einfach alles und das trotz Regenschirm. Und ich bekomme wieder Schüttelfrost, blaue Lippen und blaue Fingerspitzen und friere, als ob ich in einer Eiskammer stecken würde. Sofort ziehe ich einen dicken Bademantel an, decke mich zu und selbst die Gas-Heizung wird für mich angemacht - doch das bringt alles nichts... Leider! Das kenne ich schn von meinen Fibro-Schüben... Jetzt bräuchte ich entweder ein heißes Bad  - doch bei meinen Eltern gibt's seit ein paar Jahren nur noch eine. Dusche - oder die Infrarotkabine, denn selbst meine Knochen scheinen kalt zu sein. Hier haben wir leider beides nicht... Und ich friere irgendwie von Innen heraus...

 

Ich bin sooo verzweifelt, dass ich mir sogar eine Tasse heißes Wasser mache und trinke - Du weißt ja, Tee mag ich nicht so gerne... Und irgendwann, nachdem ich etwas Warmes gegessen und meine Tabletten eingenommen habe, wird es mir tatsächlich wieder wärmer. Gott sei Dank! Meine Muskeln sind aber trotzdem extrem verspannt und alles tut weh! Ob eine weitere Massage sinnvoll ist, weiß ich ncoh nicht, denn beim letzten Mal habe ich dort gefroren - war also einerseits sehr angehnem, aber andererseit auch ein wenig kontraproduktiv. Vielleicht fällt mir noch etwas ein um zu entspannen...

 

Das Schinken-Knochen-Süppchen mit gekochtem Ei, Schinken-Stückchen und gebratenen Brot-Stückchen hat echt gut getan und wärmt von Innen heraus. Meine Mama hat sogar darauf geachtet und mir glutenfreies Brot besorgt. Es ist die Lieblingssuppe meiner Schwester und wenn ich daran denke, werde ich uns mal ein paar eingeschweiste Schinken-Knochen mitnehmen und uns dann zu Hause diese Suppe kochen. Ist nämlich super einfach! Und in einer Linsen- oder Erbsen-Suppe oder gar im Eintopf gibt dieser Knochen eine tolle Würze ab.

Zum Abschluss gibt's noch ein Stück Tortilla - das ist ein Kartoffel-Zwiebel-Omelett - und da davon etwas übrig geblieben ist, habe ich es mir für heute Abend eingepackt. Mein Papa macht sich Sorgen, dass ich es in der Trude nicht warm genug habe, doch wenn ich ehrlich bin, geht es mir in der Trude besser als in der Wohnung. Denn in der Wohnung hat man im Winter immer das Gefühl, dass alles klamm und feucht ist und in der Trude funktioniert die Heizung einwandfrei.

 

Um mir die Zeit ein wenig vor Ort zu vertreiben, richte ich bei Polarsteps noch ein paar älterer Reisen ein, die ich mit meinem Lieblingsmensch in den letzten Jahren gemacht habe und packe dann gegen 17.30Uhr alles zusammen um an die Trude zu laufen. Nach und nach werde ich das dann bei Polarsteps fertigstellen und auch Fotos einfügen. Ist irgendwie gar nicht so einfach auf einem kleinen Bildschirm gleichzeitig vier Fenster geöffnet zu haben und darin zu switchen... Ich versuche bei meinen Eltern ganz viel online-Arbeit zu erledigen, wie z.B. Fotos hochladen, etc., weil cih mich dafür über das Handy meiner Mama einlogge und ihr Datenvolumen verbrauche... Sie hat so viel und nutzt es ja gar nicht wirklich aus mit ihren paar WhatsApp-Nachrichten...

 

Jetzt freue ich mich auf ein bisschen Me-Time. Ich schreibe noch meinen Reisebericht von heute, obwohl es, wie Du siehst nicht viel zu erzählen gibt und werde es mir jetzt gemütlihc machen und versuchen zu entspannen. Das Bett ist übrigens auch schon trocken. Hier ist es mollig warm in der Trude und ich sage: Hasta mañana! Neuer Tag - neues Glück - auch wenn für Morgen schon wieder Regen gemeldet ist. Aber, wir machen das Beste daraus...

Tag 32: Freitag, 02. Dezember 2022

46400 Cullera vor Ort: 0km

 

Heute Nacht hat es hier so richtig geschüttet. Es gab zwar weder Blitz noch Donner, dafür jedoch Unmengen an Wasser von oben. Das Geprassel auf dem Dach war so laut, dass ich heute Nacht öfters wachgelegen habe. Es war definitiv kein leichter Regen der Dich in den Schlaf einlullt, sonder das krasse Gegenteil davon. Die Wärmflaschen habe ich gestern Abend auch nicht vergessen! Und noch dazu habe ich von meiner Mama, aus ihrer Zeit in Deutschland, eine kleine Decke aus reiner Schafschurwolle geschenkt bekomme, die ich mir über meine Decke gelegt habe, anstatt der Felle. Ich hatte es heute richtig mollig warm zum Schlafen und geschwitzt habe ich diese Nacht auch nicht. Selbst meine Konstruktion aus zwei Nackenpolstern, einem Sitzkissen und meinem normalen Kissen hat dieses Mal besser gehalten, um leicht erhöht zu liegen und besser atmen zu können. Nur der Regen hat mich ein wenig geärgert...

 

Um 06.30Uhr bin ich schon wieder wach. Bin allerdings noch so mde, dass ich mich einfach nochmal undrehe und bis kurz vor 08.00Uhr weiterschlafe. Dann wird es doch Zeit aufzustehen - will ja nicht den ganzen Tag verschlafen. Ich erledige all meine Sachen in der Trude, packe den City-Cruiser und mach mich auf den Weg zu meinen Eltern. Auch heute ist es mehr ein watscheln als ein laufen, denn meine Beine fühlen sich nach wie vor wie Wackelpudding an und meine Arme zittern sobald ich etwas heben möchte. Dafür tut der Hals nicht mehr ganz so schlimm weh...

 

Bei meinen Eltern angekommen packe ich alles aus und bemerke gleich, dass die doofe Suppe ausgelaufen ist. So ein Mist! Meine Laptop-Tasche hat ein bisschen was abbekommen, doch sonst scheint alles okay zu sein. Da habe ich wohl nicht mitgedacht... Nach einem Glas O-Saft laufen meine Mama und ich los. Wir gehen zum Alehop, am Strand vorbei in die Apotheke, zum Obstladen und nach einem kurzen Stopp zu Hause noch in Consum. Im Obstladen haben es mir vor allem die Artischocken und die kleinen roten Paprikas angetan... Heute ist es extrem windig und der Wind ist richtig kalt.

Zu Hause angekommen, widme ich mich meinem Laptop und meine Mama kümmert sich ums Mittagessen. Mit einer leichten Verspätung von 30 Minuten gibt es heute einen Meeresfrüchte- Reis-Eintopf mit Artischocken - Arroz caldoso. Super lecker. Nach dem Essen werde ich von meiner Mama mit diesen tollen Teil aus dem Alehop ein wenig am Rücken massiert und ich muss sagen, es tut wirklich gut. Ich hatte schon mal so ein Massage-Teil und jetzt habe ich es mir gleich nochmal gekauft. Das einzige doofe dabei ist, dass man immer jemanden braucht, der einen damit über den Rücken fährt, denn selbst kommt man nicht so wirklich dran - zumindest ich nicht.

Im Anschluss packe ich auch schon alles zusammen und laufe gemütlich an die Trude. Geregnet hat es jetzt seit heute Nacht nicht mehr und allmählich wandern die dicken Wolken weiter. Vielleicht haben wir Morgen wieder besseres Wetter... Ich hoffe es. Jetzt sitze ich gemütlich in der Trude, lasse es mir gut gehen udn beobachte zwei Hundelins, die im WoMo nebenan aus dem Fenster gucken. Ich möchte auch wieder ein Hundebaby. Der Drang wird immer stärker!

Tag 33: Samstag, 03. Dezember 2022

46400 Cullera vor Ort: 0km

 

Auch die letzte Nacht ist leider nicht so prickeln. Um 03.30Uhr muss ich mich komplett umziehen, denn ich habe wieder ohne Ende geschwitzt. Das Bett ist auch schon wieder feucht und so habe ich mich in eine Ecke des Bettes gequetscht und versucht weiterzuschlafen. Um 05.30Uhr bin ich allerdings schon wieder wach. Das ist einfach kein erholsamer Schlaf. Ich drehe mich trotzdem nochmals in der Ecke um und liege dann bis kurz vor 08.00Uhr im Bett. Jetzt wird es Zeit aufzustehen. Zum einen ist es schon hell und zum anderen habe ich heute noch so einiges vor. Als aller erstes hier mal ein wenig aufzuräumen und vor allem rauszukehren und das Bett frisch zu beziehen. Vielleicht schlafe ich dann besser. Danach packe ich meinen City-Cruiser und laufe zu meinen Eltern. Ja, Du hast richtig gelesen, ich watschle nicht mehr, ich laufe wieder... In der Hinsicht geht es mir schon etwas besser. Ich begrüße meine Eltern, lade alles ab und dann laufen meine Mama und ich auch schon los in Richtung Campingplatz Santa Marta - natürlich am Strand entlang...

Am Campingplatz. möchte ich doch nochmal persönlcih nachfragen, ob die Möglichkeit besteht, die Trude hier für ein paar Wochen abzustellen. Leider ist dies nicht möglich, da der Campingplatz vom 11.12.2022 bis 31.01.2023 geschlossen hat und in dieser Zeit auch keine Überwachung stattfindet. Schade. Doch selbst, wenn der Platz in dieser Zeit überwacht gewesen wäre, wäre der Zeitraum mir viel zu lange gewesen. Sie empfiehlt mir entweder bei den anderen Campingplätzen hier in der Nähe zu schauen, oder auf schlichteren Stellplätzen nachzufragen. Sie selbst wüsste sonst aber leider auch nichts und auch nicht, wie das am Flughafen ist. Ach herrje... Ich scheine immer die falschen Leute zu fragen... Nun gut, jetzt weiß ich es zumindest sicher. Da ich keine Lust habe die Trude woanders unterzustellen, heißt ds im Gegenzug für mich, dass ich jetzt schleunigst fit werden muss, damit ich die Rückreise antreten kann. Denn bis jetzt bin ich noch nicht wirklich fit und überlege sogar, ob ich am Montag nicht doch nochmal beim Doc vorbei schauen soll. Dienstag und Donnerstag sind hier nämlich Feiertage - wir haben sozusagen eine Brückenwoche.

 

Auf dem Rückweg schlage ich Mama vor, noch einen Kaffee trinken zu gehen, doch meine Mama hat dazu nie wirklich Lust, also geht sie schon mal nach Hause und ich laufe in Richtung Café - direkt am Strand. Kaffee, Strand, Sonne hört sich gut an. Doch als ich ankomme, habe ich irgendwie doch keine Lust mehr und laufe stattdessen direkt am Strand entlang bis zur Fluss-Einmündung. Bis ganz hinten an den Mini-Leuchtturm kann man diese Mal leider nicht laufen, da dort gerade mit Baggern gearbeitet wird und die Strecke gesperrt ist. Ich frage den freundlichen Bauarbeiter wie lange das wohl gehen wird und er lacht und sagt, dass er mit einigen Monaten rechnet... Ach herrje... Bin gespannt, was sie alles verändern! Ziemlich nah am Fluss sind ein paar Surfer unterwegs und ich genieße für einen kurzen Moment diese Aussicht. Sieht toll aus, wie in den Filmen... Danach drehe ich doch wieder um und laufe zu meinen Eltern.

Dort angekommen video-telefonieren oder besser gesagt whatsAppen wir mit unserer (Ur-)Enkeltochter. Sie zeigt uns ihr neues Zimmer beim Papa und ist ganz stolz auf ihr neuen Prinzessinen-Himmelbett, dass sie vom Abuelo Paco (Uropa) geschenkt bekommen hat. Meine Eltern freuen sich wahnsinnig sie zu sehen und da ich das Ganze am Laptop laufen lasse, sehen sie sie mal so richtig groß... ...und nicht nur am Handy! Macht schon einen großen Unterschied! Die kleine Maus fragt mich zwischendurch ziemlich empört und erstaunt, ob ich denn wirklich im Urlaub sei und wie ich da hingekommen bin. Denn sie verbindet Spanien-Urlaub mit dem Flugzeut - anders kommt man hier nicht hin. Zumindest ist das ja bei ihr so gewesen und das schon zwei Mal... Man muss erst mit dem Auto an den Flughafen, dann fliegen, dann in die Metro steigen, danach mit dem Zug und mit dem Bus fahren und dann noch ein Stück laufen... Nach dem ich ihr erzählt habe, dass ich mit der Trude hier bin hat sie etwas ungläubig nur noch gefragt, wann ich denn wieder nach Hause komme und mit Weihnachten als Termin ist sie einverstanden. Allerdings soll ich auf jeden Fall ihre Weihnachtsgeschenke, so wie die versprochenen Pipas - Sonnenblumenkerne - und die Magdalenas nicht vergessen!

 

Nach den Telefonat essen wir zu Mittag. Heute gibt's Lammkoteletts, gebackene Artischocken und Salat zum Mittagessen. Sooo lecker! Ich könnt grad jeden Tag Artischocken essen. Ich muss mir unbedingt noch ein paar davon für die Fahrt kaufen. Danach baue ich irgendwie wieder ab und das obwohl ich gerade die Tabletten eingenommen habe. Ich sezte mich in den Schaukelstuhl mit zwei Wärmflaschen, zwei Decken, dem dicken Bademantel und friere immer noch. Ich werde einfach nicht warm. Nach zwei Folgen coche fantástico - Knight Rider - da werden Kindheitserinnerungen wach... - packe ich dann zusammen und gehe in die Trude. Hier ist es auf jeden Fall mollig warm und ruck-zuck ist mir hier auch wieder warm.

Als aller erstes packe ich alles wieder aus udn fülle acht Flaschen Wasser in meinen Wassertank. Jetzt widme ich mich wieder den schönen Aufgaben zu, wie meinen Reisebericht schreiben, mit meiner Family zu telefonieren, zu lesen, zu stricken, usw. Eine Kleinigkeit werde ich dann wohl auch noch essen, damit ich die Tabletten einnehmen kann und dann freu ich mich schon auf das frisch bezogene Bett! Und wünsche mir von Herzen eine ruhige, entspannte und vor allem erholsame Nacht ohne Schweißausbrüchen. Buenas noches!

Tag 34: Sonntag, 04. Dezember 2022

46400 Cullera vor Ort: 0km

 

Die letzte Nacht war auch nicht viel besser als die Nacht davor. Ich habe wieder unendlich viel geschwitzt, musste mich wieder zwischendurch umziehen und habe unruhige geschlafen. Noch dazu gibt's pfeifende Geräusche, wenn ich auf der rechten Seite leige, und prasselnde/röchelnde Geräusche, wenn ich auf der linken Seite liege und zwar so heftig, dass ich selbst davon wach werde. Wenn ich auf dem Rücken liege, schnarche ich wie eine Weltmeisterin und auf dem Bauch ist es gerade nciht ganz so angenehm. Vielleicht sollte ich doch Kopfstand oder sowas üben, was?! Dann könnte ich so schlafen - vielleicht tut dann auch michts mehr weh beim Schlafen... Bin jetzt schon gespannt auf die kommende Nacht...

 

Ich stehe um kurz nach 08.00Uhr auf und lasse den Morgen schön gemütlich starten. Erst einmal Kaffee trinken... Nachdem ich mein Morgenritual beende, mache ich es mir heute in der Trude gemütlich. Ich lese, stricke, lausche dem Hörbuch und gehe heute erst um kurz nach 12.00Uhr zu meinen Eltern. Da für heute Vormittag nichts geplant ist, kann ich mir ausgiebig Zeit lassen. Dort angekommen nimmt mich heute mein Papa gleich in Beschlag. Nimm Dir mal Dein Handy, sagt er, Du musst mir mal ein paar Sachen sagen... Okay! Und dann geht's los: Wie groß ist die Mongolei? Ist sie größer als Spanien? Wie viele Einwohner hat China? Und Japan? Welches ist das größte Land in Europa? Ist Spanien oder Deutschland größer? Und was ist mit Frankreich? welches ist das höchste Gebäude der Welt? usw. usw. usw. bin ich froh, dass ich Mr. Google um Hilfe bitten kann! So vergeht die nächste Stunde wie im Fluge bevor es dann Mittagessen gibt.

 

Heute gibt's Hähnchen aus dem Ofen mit Pommes frites, gebackener Aubergine und Bohnensalat. Nach dem Essen mache ich mich auch schon wieder auf den Weg zur Trude, denn wir sind für 18.30Uhr gemeinsam verabredet und vorher möchte ich mich noch ein bisschen ausruhen. Als ich in die Trude komme finde ich eine super schöne Überraschung vor Ort! Die Sonne hat heute mein Mädchen so richtig aufgeheizt, obwohl sie nur kurz zu sehen war! Wir haben 30°C in der Trude. Herrlich!!

So könnte es immer sein... Ich verbringe den Nachmittag wieder mit lesen, stricken und Hörbuch und habe dabei sowohl die Tür als auch die Dachluke offen stehen. Pünktlich um 18.30Uhr holt mich meine Mama ab und wir laufen in Richtung Marktplatz, wo heute der Christbaum angezündet - besser gesagt, beleuchtet wird. Um so näher wir kommen, um so lauter wird es. Ganz Cullera scheint heute unterwegs zu sein. Der Markplatz ist überfüllt und wir bekommen gerade so noch ein Plätzchen mit ein wenig freier Sicht auf den Baum. Doch da es noch mindestens 15 Minuten dauert, möchte meine Mama lieber auf den eingentlichen Weihnachtsmarkt laufen. Wir marschieren also wieder los und es werden immer mehr statt weniger Leute. Das liegt daran, dass zeitgleich ein kleiner Umzug stattfindet. Wir kommen leider schon etwas spät und bekommen nur noch einen kleinen Auszug davon mit. Wir sehen weihnachtliche Tänzerinnen, eine Musikkapelle, Feuertänzer, einen Mann auf Stelzen und einige Feen, doch vor allem die gute Fee von Cinderella auf ihrer Kutsche!

Wie war das noch gleich?! Bibbidi Babbidi Bu! - Ich hätte mir liebend gerne eine große Blase um uns herum gewünscht, denn, wie sollte es anders sein, möchte meine Mama natürlich wieder mal gegen den Strom schwimmen. Alle Leute - und ds sind so einige - möchten zum Christbaum laufen - meine Mama zu den Ausstellerhäuschen... Wenn wir nicht aufpassen werden wir mitgerissen... Wir schaffen es irgendwie über die Straße und laufen am Rand entlang, so dass uns niemand aus Versehen wieder zurück in den Strom zieht... Dann wird's ruhiger und wir können anfangen uns die Buden anzuschauen. Doch ich muss gestehen, dass hier hat überhapt nichts mit dem Weihnachtsmarkt den Du und ich aus Deutschland kennen zu tun. Es gibt weder Glühwein, noch Würstchen oder Maronen. Keine Süßigkeiten und keine Handwerkskunst... Hier gibt's folgendes: Pflanzen, Schuhe, Schmuck, Karnevalskostüme, Kinderbücher, Handy-Zubehör, Feuerlöscher... - also wirklich ganz, ganz typische Sachen für Weihnachten... Augenroll... Nur zwei Buden gibt es, die mir wirklich gefallen - doch die sind nur zjm Anschauen... Zum einen dieses Weihnachtsdorf und zum anderen diese Krippe! Die ist wirklich wunderschön, vor allem die Figuren!

Im Anschluss laufen wir auch auf den überfüllten Marktplatz und sehen leider absolut gar nichts. Kein Wunder, alle Menschen die auch noch beim Umzug waren, sind jetzt auch hier. Daher entscheiden wir uns um den Platz herum zu laufen und einen anderen Eingang zu nehmen - vielleicht sehen wir von dort aus mehr... Und da hören wir auch schon den Countdown: Diez, nueve, ocho, siete, seis, cinco, cuatro, tres, dos, uno, .... biieeennnnnn!! Ganz Cullera schreit auf, jubelt und wir sind neben dran statt mittendrin... Schade... Fünf Minuten später stehen wir endlich auch am Baum, nachdem wir wieder gegen den Strom laufen... Das wird wohl unser neues Hobby...

Wir lauschen der guten Fee mit der hammermäßigen Stimme ein wenig bei ihren Weihnachtsliedern. Bei den spanischen Weihnachtsliedern singen ganz viele Leute mit und bei den englischen Weihnachtsliedern meint meine Mama nur: Oh, dass ist bestimmt wieder ein Lied aus New York! Für sie ganz eindeutig: englischen Lied = New York. Fertig! Nach fünf Minuten reicht's meiner Mama schon und wir laufen wieder nach Hause. Auf dem Heimweg mache ich noch das eine oder andere Foto von den Straßen- bzw. Palmen-Beleuchtungen und von der Burg bei Nacht.

Um kurz vor 20.00Uhr bin ich schon wieder an der Trude, esse eine Kleinigkeit zu Abend, die mir allerdings nicht so gut bekommt und setze mich an meinen Reisebericht. Um diese Uhrzeit bin ich für gewöhnlich schon lange damit fertig und keine Ahnung an was es liegt, doch heute dauert alles ewig bis es hochgeladen ist. Ob es an der Uhrzeit oder an etwas anderem liegt kann ich nciht sagen. Ich kann nur sagen, dass es mich ein wenig nervt. Morgen werde ich es wieder früher in Angriff nehmen. Jetzt hoffe ich mal auf eine gute Nacht, denn mittlerweile ist schon wider nach 22.00Uhr und das Bett ruft!

Tag 35: Montag, 05. Dezember 2022

46400 Cullera vor Ort: 0km

 

Auch die heutige Nacht verläuft leider mehr schlecht als recht. Ich wache ständig auf, weil ich beim Versuch zu schlafen entweder pfeife, röchele oder schnarche. Zwischendurch bin ich wieder pitschnass geschwitzt, muss aufs Klo, hab eine trockene Kehle oder hab Durst... Doch nach wie vor - Gott sei Dank - kein Fieber mehr!

 

Heute ist die Nacht um 07.00Uhr schon vorbei. Ich kann einfach nicht mehr liegen. Um 09.30Uhr bin ich mit meiner Mama verabredet, denn sie möchte mich zum Arzt begleiten. Ja, ich möchte heute unbedingt nochmal hin, denn irgendwas stimmt immer noch nicht mit mir. Um 10.00Uhr sind wir beim Arzt und ich bekomme gesagt, dass morgens der Arzt am Strand für mich zuständig ist und sie mir vor Ort nicht helfen können. Hier wären sie nur als Notdienst ab 16.00Uhr, an Feiertagen und am Wochenende zuständig. Ich solle bitte in das Zentrum Oasis am Strand gehen. Okay, kein Problem, laufen wir eben dort hin... Als wir dort ankommen, fühle ich mich ein wenig verarscht - sorry für die Ausdrucksweise - , denn hier steht ein Schild dran, dass sie am 05. / 06. und 08.12. geschlossen haben und man sich bitte an die Hauptstelle wenden soll. Also da, wo wir gerade her kommen... Ahhh! Sind ja nur 1,5km gewesen...

Du kannst Dir vielleicht vorstellen, dass ich schimpfe wie ein Rohrspatz! Jetzt habe ich nicht mehr die Kraft nochmal dort hinzulaufen und wer weiß, vielleicht finden sie dann die nächste Ausrede, warum sie mich jetzt gerade nicht dran nehmen können. Nö. Da warte ich lieber bis 16.00Uhr - da können sie dann gar nicht anders als mich dran zu nehmen. So. Basta. Um wieder ein bisschen runter zu kommen, laufen wir an der Promenade entlang nach Hause und ich kann mein geliebtes Meer sehen! Das Wetter lässt im Moment echt zu wünschen übrig. Es ist kalt, windig und nur noch bewölkt. Die Sonne lässt sich einfach nicht blicken - doch zumindest regnet es nicht. Hier habe ich Dir übrigens mal eine Dattel-Palme mit Früchten fotografiert...

Wir laufen also wieder nach Hause und ich gehe heiß duschen. Das tut mir jetzt richtig gut. Danach gibt's mein almuerzo - mein zweites Frühstück... Das Erste - el desayuno - sind immer nur drei Kekse gleich um 08.00Uhr damit ich die Medikamente einnehmen kann. Meine Mama ist so lieb und bereitet mir zwei Artischocken und vier Hähnchen-Schinken-Kroketten zu. Herrlich! So ein Frühstück liebe ich! Warm und deftig! Perfekt für meine strapazierten Nerven! Ganz typisch fehlt jetzt nur noch das Gläschen oder am besten gleich die ganze Flasche Rotwein und ein Salat dazu...

Der Rest des Vormittages verläuft ruhig. Ich fülle mir die leeren Wasserflaschen wieder auf, wasche Wäsche, suche meine Sachen zusammen, decke den Tisch, etc. Dann gibt's Mittagessen. Heute gibt es Gallinada - eine Art Reis-Hähnchen-Eintopf mit Rotwein. Das habe ich schon ewig nicht mehr gegessen und es schmeckt köstlich. Nach dem Essen entscheide ich mich, schon mal in die Trude zu gehen und die leicht klamme Wäsche dort auszubreiten, sonst wird sie wohl überhaupt nicht mehr trocken werden. Um 15.30Uhr holt mich meine Mama wieder ab und wir laufen wieder zum Arzt.

 

Nach einer kurzen Wartezeit bin ich auch schon dran und was ich zu hören bekomme, gefällt mir gar nicht. Meine eitrige Angina ist weg, das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass ich jetzt eine sehr heftige und fortgeschrittene Bronchitis habe und gut auf mich aufpassen soll. Es ist sogar so heftig, das ich ein Asthma-Spray für die Nacht und/oder auch für zwischendurch bekomme. Oh man, da bin ich wohl vom Regen in die Traufe gekommen, was?! Laut Empfehlung der Ärztin würde sie mir noch mindestens bis kommenden Sonntag Schonung empfehlen und nicht zu verreisen. Ich solle jede Überbelastung und jeden Stress vermeiden, nicht, dass ich die Bronchitis verschleppe und daraus eine Lungenentzündung wird... Doch letztendlich sollte ich selbst entscheiden, je nach dem wie es mir geht und je nach dem was mir mehr Stress verursacht - ob länger hier zu bleiben oder die Fahrt in Kauf zu nehmen.

 

Ich muss gestehen, mich hat die Diagnose jetzt ein wenig geschockt und die Empfehlung auch. Bin gerade ein wenig durch den Wind und werde es mir wohl gut überlegen müssen nach Absprache mit meinem Lieblingsmensch. Jetzt versuche ich allerdings erst einmal abzuschalten und wir gehen noch gemeinsam einkaufen und in die Apotheke, den beides ist hier gleich ums Eck und liegt sowieso auf dem Weg. Danach geht jede von uns ihren eigenen Weg nach Hause und ich mache es mir mollig warm in der Trude und schreibe als aller erstes mein Reisebericht, während ich mich aufwärme, entspanne und ein bisschen vom vielen laufen ausruhe.

 

Sobald ich fertig bin, werde ich noch den kompletten Einkauf wegräumen, vielleicht schon die Wäsche zusammenlegen und wegräumen - wenn sie trocken ist -, eine Kleinigkeit zu Abend essen und ganz bestimmt noch mit meinem Lieblingsmensch telefonieren. Den Rest des Abends werde ich dann gemütlich ausklingen lassen. Mal schauen, auf was ich nachher noch Lust habe. Im Moment bin ich gerade ein bisschen Depri von den heutigen Nachrichten. Kann mich mal bitte jemand ganz schnell wieder seelisch und moralisch aufbauen...??!! Danke!!

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