Sainte-Croixen-en-Bresse & Balan - Januar 2026

Sonntag, 04. Januar 2026

79395 Neuenburg am Rhein - 71470 Sainte-Croix-en-Bresse - 01360 Balan

 

Was bin ich froh, dass mir mein Lieblingsmensch die Trude vom Campingplatz rausfährt... *lach* Die eine oder andere Stelle ist doch ganz schön eng und da ich seit Februar 2023 nicht mehr selbst gefahren bin, ist mir das jetzt doch noch ein bisschen zu heikel. Vor der Tür, sozusagen, gehen wir nochmals alles durch was ich wissen muss und dann geht's auch schon auf große Solo-Tour, denn mein Lieblingsmensch fährt Richtung Heppenheim und ich in den Süden. So zumindest der Plan.

 

An das Fahren habe ich mich schnell wieder gewöhnt und da es ar...kalt ist, beschließe ich über die Maut-Autobahn zu fahren. So komme ich hoffentlich ganz schnell im Warmen an. Bis kurz nach Dole fahre ich allerdings durch eine Winterlandschaft wie aus dem Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Alles ist komplett weiß und zwar nicht nur ein bisschen, sondern mit centimeterdicken Schneeschichten bedeckt. Gott sei Dank ist die Autobahn frei. Landstraße hätte ich bei diesem Wetter jetzt doch nicht fahren wollen... Umso südlicher ich komme, umso weniger Schnee. Zum Schluss ist es nur noch wie eine dünne Schicht Puderzucker und dann gar nichts mehr, von jetzt auf gleich.

 

Nach einer für mich gefühlten Ewigkeit komme ich endlich in Sainte-Croix-en-Bresse an. Hier möchte ich heute bleiben. Es ist 14.30Uhr und ich gehe bei schönstem Sonnenschein und Eiseskälte die Gegend besichtigen.

Nun, was soll ich sagen, nach ganzen 20 Minuten habe ich bereits alles besichtigt und dabei nicht eine Menschenseele getroffen. Wie in einer Geisterstadt... Mein Bauchgefühl schreit jetzt förmlich: "Fahr weiter!" Also begebe ich mich wieder hinter das Lenkrad und wir fahren den gleichen, super engen Weg wieder zurück bis auf die Autobahn. Denn mein Navi zeigt mir selbstverständlich zwar immer den Schnellsten, doch nicht immer den Besten Weg für die Trude an. Nach ca. 10 Minuten bin ich dann wieder auf der Autobahn und fahre noch ungefähr eine Stunde bis ich letztentlich wieder in Balan ankomme. Hier waren wir auf unserer letzten Tour schon mal. Hier kenne ich mich ein bisschen aus und fühle mich nicht ganz so alleine. Und da heute kein Spenden-Marathon, wie beim letzten Mal stattfindet, werde ich auch nicht weggeschickt. *zwinker* Im Gegenteil es werden immer mehr WoMo's die hier parken.

 

Ich gehe mir nochmal die "City" anschauen, wobei es auch nicht wirklich viel zu sehen gibt. Das "Château Terry" ist leider Privatbesitzt, so dass man es nicht besichtigen kann - wie so oft hier in Frankreich. Doch dafür hat heute die Kirche geöffnet und ich kann sie besichtigen. Mehr gibt's allerdings auch nicht zu sehen. Ich schlendere durch verschiedene Gassen bis ich dann letztendlich wieder an der Trude ankomme.

 

Danach mache ich mir ein leckeres Abendessen und versuche zu entspannen, wobei mir das nicht wirklich gelingen will. Ständig frage ich mich, ob es der richtige Weg ist... Ich gestehe, dass ich mich dieses Mal nicht so sehr auf das Reisen freue wie sonst. Es war in letzter Zeit alles zu stressig und das hängt mir noch nach. Das Fahren strengt mich sehr an und nicht zu wissen, wo ich tatsächlich zum Übernachten landen werde auch. All das was mir sonst gerade so gut am Reisen gefällt, finde ich dieses Mal so gar nicht toll. Das erste Gefühl von: "Soll ich vielleicht doch lieber abbrechen und wieder Heim fahren" kommt auf. 

 

Ich videofoniere nochmal mit meinen Liebsten und dann geht's auch schon in die Heia. Morgen werde ich dann entscheiden, wie es weitergeht...

Montag, 05. Januar 2026

01360 Balan - 64653 Lorsch

 

Der Tag fängt echt beschissen an und das um 5.30Uhr, denn ich werde wach, weil mir sooo eiskalt ist. Die Heizung ist ausgefallen, da meine spanische Gasflasche leer ist. - Jetzt schon! - Ich habe noch genau 3°C in der Trude und darf jetzt auch noch raus um die Gasflasche umzuschalten. Ahhh!!! 

 

Heizung brummt wieder! Gott sei Dank! Doch es ist alles so ausgekühlt, dass die Heizung sehr, sehr lange braucht, bis die Temperaturanzeige nach oben krabbelt. Um 06.00Uhr haben wir immer noch 5°C. Und der Kaffee hat zwar ein bisschen geholfen, mich jedoch nicht wirklich warm bekommen. Nochmal zu schlafen kann ich auch vergessen, dafür ist mir viel zu kalt. Dann kümmere ich mich halt schon mal um das schmutzige Geschirr von gestern...

 

So eine Sch... - das Wasser geht nicht! An der Spüle kommt nur noch in Rinnsaal und im Bad geht gar nichts mehr. Der Warmwasserboiler scheint automatisch aufgegangen zu sein, damit nichts einfriert und ich hab keine Ahnung wie ich das jetzt wieder zum Laufen bekomme. Außerdem ist das alles unter dem Bett und ich bekomme das Gestell kaum hoch um richtig danach schauen zu können.

 

Als ich dann draußen an die Garage möchte um einen Eimer zu holen rutsche ich auch noch auf dem Eis aus, welches sich durch das ausgelaufene Wasser gebildet hat. Ahhh!! Gott sei Dank kann ich mich noch irgendwie halten. Und ich habe Glück, denn das Wasser kommt tatsächlich von hinten vom Boiler und nicht von vorne - sonst wäre es wesentlich schlimmer. Doch das Vorderrad steht jetzt Mitten im Eis und vor mir parkt jemand. Ob ich hier wieder rauskomme?! Ich merke wie die Panik schon wieder in mir hochsteigt... Die Brust wird eng, der Bauch krampft und mir fehlt die Luft zum Atmen. Also wieder rein und erst einmal beruhigen... Puhh... Einatmen 1-2-3, kurz halten, ausatmen 1-2-3-4-5-6, kurz halten, einatmen 1-2-3, kurz halten, ausatmen 1-2-3-4-5-6... So langsam geht's mir wieder besser. *seufz*

 

Doch die Situation wird nicht besser - irgendwie spricht alles gegen die Reise. Die Scheiben sind von Innen statt von Außen gefroren und überhaupt finde ich gerade alles zum Mäuse melken. Ich sattle die Hühner so gut es geht, pack mich im Zwiebel-Prinzip richtig warm ein und bin um 7.50Uhr noch im Halbdunkeln schon wieder unterwegs in Richtung Autobahn - doch vorher muss ich auch noch tanken. Mir bleibt aber auch nichts erspart... *seufz*

Nach sieben Stunden Autofahrt, Gott sei Dank auf schneefreien Straßen, mit wenigen kleinen Pippi-Pausen, und gute 620km später komme ich in Lorsch an. Stelle mich auf den Stellplatz, will den Strom anschließen und stehe komplett im Schnee... Turnschuhe sind da perfekt! *lach* Es wird auch nicht besser, da ich noch das Ticket ziehen muss. Danach geht's mit nassen Füßen wieder in die Trude und ich will nicht mehr wirklich viel wissen. Ich bin k.o.

 

Nichtsdestotroz fange ich an die ersten Taschen zu packen, denn Morgen werde ich dann mit unserem Auto wieder nach Neuenburg fahren und die Trude bleibt noch 2 Tage hier, bis sie dann mein Lieblingsmensch auch wieder bringt, nachdem er sie winterfest gemacht hat, damit nichts mehr einfrieren kann.

 

Lieblingsmensch kommt nach der Arbeit gleich zu mir und gemeinsam gehen wir uns noch schnell eine Pizza kaufen, die wir dann in der Trude in einer Pfanne zubereiten. Das klappt erstaunlich gut. Und nach dem schnellen und unkompliziertem Abendessen liegen wir um 19.30Uhr schon im Bett.

Dienstag, 06. Januar 2026

64653 Lorsch - 79395 Neuenburg

 

Heute Morgen fährt mein Lieblingsmensch wieder auf die Arbeit und ich packe noch den Rest zusammen. Jetzt warte ich auf meinen Sohnemann, der mich nach Heppenheim fährt, denn hier steht unser Auto.

 

Nach einem Käffchen und einer heißen Dusche beim Töchterlein, geht's auch schon wieder nach Lorsch um alles in den kleinen Swift zu verfrachten. Jede Lücke wird gefüllt und mit einem randvollen Auto geht die Fahrt nach Neuenburg los.

 

Nach drei Stunden bin ich also wieder zu Hause und laufe gefühlte 20x bis ich alles in der Hütte habe. Gott sei Dank kann ich hier genau vor der Haustür halten um alles reinzubringen. Jetzt darf ich die ganzen Taschen und Sachen noch wegräumen und dann ist für heute Feierabend.

 

Wann die nächste Reise starten wird ist noch unklar. Jetzt konzentriere ich mich erst einmal aufs Ankommen und auf mich. Ist wohl gerade nicht der richtige Zeitpunkt für eine lange Reise... Zwar ungewöhnlich für mich, doch so ist es jetzt. Es ist nicht gut, es ist nicht schlecht, es ist einfach nur... Also, bis zum nächsten Mal... *freu*

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